3. April 2025

Management auf den Punkt gebracht!

Drei-Stunden-Coaching gegen den Burnout

INSPIRATION: Menschen, die kurz vor dem Burnout stehen und in der Lage sind, sich mit sich selbst und den eigenen Verhaltensweisen auseinander zu setzen, können in einem Kurzzeit-Coaching vor dem Abrutschen in den Burnout bewahrt werden, erklärt Roland Kopp-Wichman im Coaching-Magazin (Burnout-Prävention in drei Stunden?).

Burnout ist so etwas wie die „Notabschaltung“ für den ganzen Menschen, eine Rückuldung, „dass elementar wichtige Bedürfnisse schon seit gemaumer Zeit nicht oder nicht ausreichend befriedigt wueden.“ Das zentrale Problem dabei: Ein Burnout ist nicht allein die Folge von äußerer Überforderung. Dann könnte der Betroffene mit den üblichen Ratschlägen wie mehr auf sich selbst achtzugeben, sich mehr zu bewegen oder mehr zu schlafen dagegen angehen.


Anzeige:

Ihre Motive treiben Sie an - Ihre Werte bieten Ihnen Orientierung - Ihre Begabungen ermöglichen Ihnen Ihre Ausführungsfreude. Die Analyse Ihrer drei eigenen Emotionsbereiche zeigen Ihnen Ihr Potenzial für förderliches oder hinderliches Verhalten in verschiedenen Kontexten auf. Warum? Ihre Entscheidungen basieren auf Ihre Emotionen. Sie analysieren und bewerten sich selbst - kein anderer. Sie sind für Ihr psychologischen Wohlbefinden selbst verantwortlich, in deutsch oder englisch. Zur Website...


Aber die Tatsache, dass er genau das nicht schafft, deutet darauf hin, dass er in inneren Zielkonflikten steckt: Das empfohlene Verhalten verstößt gegen Glaubenssätze, die alt sind, eigentlich ihre Berechtigung verloren haben, aber bis in die Gegenwart wirken.

Reflektierte Coachees werden diese sogar kennen oder zumindest ahnen, aber das hilft wenig – sie müssen emotional verstanden werden. Hier setzt das beschriebene Kurzzeitcoaching an.

Das Prinzip ist einfach, die Anwendung bedarf allerdings einer großen Erfahrung durch den Coach. Er arbeitet dabei mit positiven Sätzen, die das Gegenteil des inneren Glaubenssatzes beschreiben, der vermutlich gegen eine Veränderung des dysfunktionalen Verhaltens steht.

Ein Beispiel: Jemand, der schlecht nein sagen kann und entsprechend von Vorgesetzten und Kollegen gnadenlos ausgenutzt wird, zudem noch zu Hause für jeden und alle die Kohlen aus dem Feuer holt, muss irgendwann erschöpft sein. Der Coach schließt aus der Darstellung des Coachees, vor allem aus seiner Biografie, dass der schädliche Glaubenssatz lautet: „Alle müssen mich lieb haben.“

Bevor er den Coachee mit dem positiven Satz konfrontiert, macht er ihn mit dem Konzept der Achtsamkeit vertraut, hilft ihm, auf Körpersignale zu achten und Veränderungen wahrzunehmen.

Dann konfrontiert er ihn mit dem Satz, und der Coachee horcht mit geschlossenen Augen in sich hinein, achtet auf Körperreaktionen Gefühle und Gedanken, die auftauchen. An dem Beispiel könnte der Satz lauten: „Es müssen mich nicht alle mögen!“ Wenn der Satz nicht den Widerspruch zum problematischen Glaubenssatz darstellt, passiert nichts. Ansonsten berichtet der Coachee über eine Anspannung im Schulterbereich oder Bauch, eine starke Erleichterung, Gefühle wie Traurigkeit Ärger und Skepsis und/oder zustimmende oder ablehnende Gedanken.

Der Autor führt eine Reihe von Sätzen auf, die das Potenzial für das Aufdecken eines inneren Konfliktes haben:

  • Ich bin ein ganz normaler Mensch!
  • Ich muss nichts mehr beweisen!
  • Ich muss nichts wiedergutmachen!
  • Das Leben trägt mich!
  • Ich darf schwach sein!

Der Coach sollte vorbereitet sein, dass die Konfrontation mit derartigen „Anti-Glaubenssätzen“ starke Gefühlsregungen auslösen kann. Hier sollte er mitfühlend und achtsam bleiben, nach einer Weile fragen, was der Coachee gerade erlebt hat. Dieses emotionale Verstehen des inneren Konfliktes reicht häufig aus zur Prävention des Burnouts, es können noch konkrete Handlungsschritte vereinbart werden. Eine Überprüfung der Umsetzung durch Coach findet nicht statt, in der Regel auch keine weitere Coaching-Sitzung.

Kopp-Wichmann betont, dass dieses Kurzeit-Coaching nicht für jede Situation und jeden Klienten passt. Mir scheint, dass die Fähigkeit und Bereitschaft, sich mit sich selbst auseinander zu setzen, die wichtigste Voraussetzung ist. Spannend – wie auch die Beispiele in dem Originalbeitrag.

Teile diesen Beitrag:

Johannes Thönneßen

Dipl. Psychologe, Autor, Moderator, Mitglied eines genossenschaftlichen Wohnprojektes. Betreibt MWonline seit 1997. Schwerpunkt-Themen: Kommunikation, Führung und Personalentwicklung.

Alle Beiträge ansehen von Johannes Thönneßen →

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert