21. Juni 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Pyramidensuche

PRAXIS: Das klingt nachvollziehbar: Wenn man bei der Suche nach neuen Ideen nur Menschen einbindet, die sich schon lange mit dem Thema beschäftigen, dann sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass wirklich Innovatives gefunden wird. Experten aus anderen Fachgebieten sind da besser geeignet. Aber welche? Und wie kommt man an Sie? Ein Forscherteam um Marion Poetz (Copenhagen Business School) und Reinhard Prügl (Zeppelin Universität) haben das sogenannte Pyramiding untersucht (nach Eric von Hippel, MIT) und seine Wirksamkeit nachgewiesen. Es funktioniert so:

Zuerst sucht man Leute, die sich mit dem Thema gut auskennen. Diese fragt man, wer auf dem Gebiet noch mehr Expertise hat als sie selbst.

Diese wiederum bittet man, Leute zu benennen, die sich auf analogen Gebieten gut auskennen. Welche man dann anspricht und sich nach Leuten erkundigt, die auf diesem Gebiet hohe Fachtexpertise besitzen.

Das wiederholt man so oft, bis man aus mehreren analogen Gebieten eine Auswahl an absoluten Fachleuten gefunden hat.

Beispiel: Ein Militär suchte eine Lösung für das Filtern von verwirrenden Informationen. Das Team aus Experten bestand aus einen Kriminalbeamten, einem Brandmeister, einem Börsenmakler, einem Romanautor, einem Flugunfallermittler und einem Scout der Profibaseball-Liga. Sie alle müssen aus vielen einzelnen Informationen das Wesentliche herausfischen. Offenbar kam dieses Team in kurzer Zeit auf eine Menge unkonventioneller Ideen.

Wichtig hierfür ist, dass man die Aufgabe nicht zu detailliert beschreibt, sondern so, dass sie für Leute aus sehr unterschiedlichen Fachgebieten verständlich ist.

Klingt spannend.

(Nach: Eric von Hippel / Nikolaus Franke / Reinhard Prügl: “Pyramiding”: Efficient identification of rare subjects. MIT Sloan School of Management Working Paper 4719-08 October, 2008)

Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert