24. Mai 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Der Teamvertrag

PRAXIS: Ein Teamvertrag sorgt dafür, dass Klarheit über geteilte Werte entsteht, welche Verhaltensweisen gewünscht oder unerwünscht sind und minimiert somit das Konfliktpotenzial. Zwei Fragen, die durch den Prozess führen und dafür sorgen, dass ein verbindliches, wenn auch rechtlich nicht bindendes Dokument entsteht.

Der Vertrag selbst ist lediglich ein großes Blatt Papier im Querformat. In der Mitte ist ein Oval, gekennzeichnet mit dem Begriff „Akzeptiert“. Der Bereich außerhalb des Ovals trägt den Titel „Nicht akzeptiert“. Nun werden beide Bereiche mit Moderationskarten gefüllt, die Antworten auf die beiden Leitfragen enthalten:


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  1. An welche Regeln und Verhaltensweisen wollen wir uns halten?
  2. Welche Vorgehensweisen bevorzugen wir als Individuen bei der Arbeit?

Themen können sein:

  • Konkrete Verhaltensweisen und Einstellungen
  • Entscheidungsfindungsprinzipien, Prioritätenfestlegung
  • Kommunikation, z.B. in Meetings
  • Nutzung von Tools und Methoden
  • Vorgehen bei Konflikten
  • Beziehungen zu anderen Teams bzw. Kollegen aus anderen Bereichen

Die beiden Fragen beantwortet erst einmal jedes Teammitglied für sich. Dann präsentiert jeder seine Vorschläge, hängt sie in das entsprechende Feld und erläutert sie. Anschließend einigt sich das Team auf geltende Regeln für die Dauer der Zusammenarbeit. Das können sehr allgemeine sein, z.B. Unpünktlichkeit bei Meetings oder mangelndes Engagement (bei Nicht akzeptiert) oder Offenheit für andere Meinungen oder Zuhören… (bei akzeptiert). Es können aber auch sehr konkrete Dinge sein wie „Bernd fehlt eine Woche im September wegen eines lange geplanten Urlaubs“ oder „Berichte werden maximal einmal im Monat verfasst.“ oder „Keine Meetings am Freitag“

Wichtig zu wissen: Der Teamvertrag ist kein rechtlich bindendes Dokument, es geht um moralische Verpflichtungen. Je nach Thema und Bedeutung kann ein Teamvertrag allerdings durchaus rechtlich bedeutsame Regeln enthalten.

Reaktion bei Nichteinhaltung

Es ist eher davon abzuraten, im Vorfeld konkrete Sanktionen bei Nicht-Einhaltung festzulegen. Sinnvoller ist es, sich auf einen Prozess zu verständigen, also: „Wie gehen wir vor, wenn sich jemand nicht an die Regeln hält?“ Das könnte zum Beispiel so aussehen:

  1. Das Mitglied wird angesprochen und mit den Beobachtungen konfrontiert, wobei auf den Teamvertrag verwiesen wird.
  2. Wir hören uns alle Standpunkte aufmerksam an.
  3. Wir suchen mit allen Beteiligten nach einer geeigneten Lösung.

Ein solches Vorgehen bei Nicht-Einhaltung schließt nicht aus, dass auch gravierende Konsequenzen gezogen werden können. Das wird im Zweifelsfall als fairer erlebt, als wenn bei Übertretung einer Regel sofort die vorab festgelegte „Bestrafung“ gefordert wird.

(nach Alexander Osterwalder / Stefano Matrogiacomo: High-Impact Tools für Teams. Campus 2021. S. 204-215)

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