24. April 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Green Recruiting?

KRITIK: Der Begriff im Untertitel hatte mich neugierig gemacht: „Green Mobility Trainees“ – was das wohl sein mag? Es ist schnell erklärt: Bei der Lufthansa strich man in Corona-Zeiten alle Nachwuchsprogramme, was eine schmerzhafte Lücke hinterlassen hat. Denn wenn das Geschäft wieder anzieht, und das tut es offenbar, fehlen nicht nur die Talente, sondern der Ruf als Arbeitgeber hat gelitten. Da brauchte es ein Konzept, um am Arbeitgebermarkt wieder attraktiv zu werden. Und wo wird man dann fündig? Beim Thema „Nachhaltigkeit“. Das dürfte für eine Fluggesellschaft ohnehin nicht ganz so einfach sein, da macht sich ein Programm mit dem Titel doch ganz gut (Kooperieren statt konkurrieren).

Worum geht es? Junge Leute durchlaufen verschiedene Stationen, wie das nun mal bei Traineeprogrammen so üblich ist. Hier allerdings nicht nur bei einem Unternehmen, sondern gleich bei einer ganzen Reihe, die angeblich nicht um die Kandidaten konkurrieren, sondern bei der Aktion kooperieren. Man hat die Bewerber zusammen ausgesucht, was „überraschend einfach und harmonisch“ verlief. Dann gibt es sechsmonatige Projekteinsätze bei vier der teilnehmenden Firmen, wobei der Fokus eben nicht darauf liegt, einen Arbeitgeber genauer kennen zu lernen, sondern das Thema Nachhaltigkeit steht im Fokus. Sprich: Alle Projekte müssen etwas damit etwas zu tun haben.


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Dass man so auch die Unternehmen kennenlernt, ist natürlich ein erwünschter Effekt, und diese wiederum lernen die Kandidaten kennen. Interessant: Die Kandidaten können wählen, welche Projekte sie in welcher Reihenfolge bearbeiten möchten. So können sie sowohl in Großkonzerne als auch in den Mittelstand und in Start-ups hinein schuppern.

Bescheidene Nummer

Was auf den ersten Blick innovativ erscheint, entpuppt sich bei näherem Hinschauen als ziemlich kümmerliche Angelegenheit. Ganze fünf Masterabsolventen starteten in 2022 und werden nächstes Jahr das Programm abschließen. Lediglich ein Mittelständler ist mit von der Partie und nur zwei Start-ups (eins davon ist der Lufthansa Innovation Hub). Nach dem großen Wurf klingt das noch nicht, aber vielleicht kommt das noch, denn im nächsten Jahr sollen mehr Kandidaten und weitere Firmen an den Start gehen.

Eine Bemerkung kann ich mir nicht verkneifen: In der Krise stoppt man alle Programme, beklagt sich anschließend, weil eine Lücke entsteht und das Image gelitten hat? Überraschend. Und dann entdeckt man die Nachhaltigkeit, weil „Kunden, Talente und Gesetzgeber „immer dringender Nachhaltigkeitslösungen „verlangen. Klingt nicht so, als hätte ein echtes Umdenken stattgefunden.

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