13. August 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Jahr zur Selbstsorge

INSPIRATION: Wir Menschen werden immer älter und dabei immer gesünder – zumindest in unseren Breitengraden. Da scheint es nur logisch, dass die Frage, wie lange wir arbeiten sollten oder gar müssen, zur Diskussion steht. Zum einen, weil viele von uns schlichtweg fit genug sind und im Alter auch gerne noch etwas bewegen möchten, zum anderen, weil die Rentensysteme an ihre Grenzen stoßen und man sich fragt, wer all die Ruheständler finanzieren soll.

Ein Fall wie der des 69jährigen Japaners Sumitomo Mitsui, der nach dem Ende seiner Managerlaufbahn ein Unternehmen gründete, das nicht brennbare Lithium-Ionen-Batterien baut und heute, mit 85 Jahren, Chef von 300 Angestellten ist, dürfte zwar außergewöhnlich sein (Unermüdlich in Japan). Aber warum soll jemand mit Mitte 60 nicht noch mal neu anfangen? Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von ca. 80 Jahren dürfte der Satz: „Dafür bin ich doch zu alt!“ ziemlich albern sein.

Lust auf Arbeit oder Ruhestand?

Doch in Frankreich gehen die Menschen zu 100.000en auf die Straße, um gegen ein späteres Renteneintrittsalter zu demonstrieren, und nicht zu Unrecht wehren sich auch viele, die ein lange und hartes Arbeitsleben hinter sich haben, dagegen, nun statt der versprochenen Freizeit länger im Beruf bleiben sollen. Zumal viele immer noch früher als zum eigentlich angesagten Termin gehen (können), andere hingegen ihre Lebensplanung in Gefahr sehen. Beides ist schräg. So manch eine, die ich kenne, könnte noch etliche Jahre aktiv sein, anderen wünsche ich, dass sie endlich die Dinge tun könnten, von denen sie schon lange träumen.

Und da wird dann deutlich, wo das Problem liegt: Arbeit ist nicht gleich Arbeit, und „das derzeitige Modell von Erwerbsarbeit funktioniert nicht“. („Es geht um persönliche Entwicklung und Entfaltung, um Möglichkeiten der Umorientierung“). Der Satz stammt von einer Soziologin, die selbst verrentet ist und heute (mit 71 Jahren) freiberuflich tätig ist. Sie hat mit Kollegen das „Optionszeitenmodell“ entwickelt. Danach soll das Berufsleben entzerrt werden, indem jedem Menschen sechs Jahre für Pflege und Betreuung sowie ehrenamtliche Tätigkeiten zur Verfügung stehen sollten, zwei Jahre für die eigene Weiterbildung und ein Jahr für Selbstsorge. All das müsste irgendwie zentral verwaltet werden, was ziemlich utopisch klingt.

Die Qualität des Lebens hat gelitten

Dahinter aber steckt die Erkenntnis, dass die Quali…

Johannes Thönneßen

Dipl. Psychologe, Autor, Moderator, Mitglied eines genossenschaftlichen Wohnprojektes. Betreibt MWonline seit 1997. Schwerpunkt-Themen: Kommunikation, Führung und Personalentwicklung.

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