15. Juli 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Visitenkarten-Übung

PRAXIS: Wer sich beruflich entwickeln möchte, der kann sich offenbar nicht darauf verlassen, allein durch Leistung zu überzeugen. Angeblich wird diese sogar immer unwichtiger – was ich zu bezweifeln wage. Mag ja sein, dass Leistung allein nicht reicht, aber unwichtig? Nun denn, es kann ja nicht schaden, sich auch mit seiner Außenwirkung zu beschäftigen. Das Problem dabei: So manch einer versucht, etwas darzustellen, von dem er glaubt, dass es von ihm erwartet wird. Was zum Problem wird, weil er damit nie authentisch wirken kann.

Also hilft der Coach dem Klienten, seine „wahre Persönlichkeit“ zu entdecken, das, was ihn unverwechselbar, einzigartig macht (Mit Coaching zum Personal Brand). Und zu erkennen, wer er wirklich ist. So das Versprechen der Autorin im Coaching-Magazin, und wie sie das anstellt, verrät sie auch. Die Fragen, die der Klient beantworten soll, lauten in etwa so:


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Unter welchen Umständen würde ich mein Leben als „gut“ oder „gelungen“ bezeichnen? In welchen Momenten bin ich geneigt, die Uhr anzuhalten und mir zu wünschen, dass sich nie mehr etwas verändern möge? Das sind sehr spezielle Momente wie „spirituelle Erfahrungen, Glücksmomente, Momente des Sich-eins-Fühlens“.

Worauf bin ich in meinem Leben besonders stolz? Unter welche Taten würde ich meine Initialen setzen, selbst wenn dies von keinem anderen Menschen wahrgenommen würde? (Beruht auf der Geschichte der Schriftstellerin Toni Morrison, deren Vater Schweißer war und der seine Initialen unter eine besonders gelungene Schweißnaht setzte, obwohl diese nie jemand zu Gesicht bekommen würde.)

Solche und ähnliche Fragen führen dann zu den Kernwerten des Klienten und zu einer Kernbotschaft. Diese ist geeignet, einen Satz wie „Ich bin geboren, um …“ zu ergänzen. Oder wie „Ich stehe dafür, als Führungskraft …“ Eine passende Fragen zur Unterstützung lautet: „Welche Botschaft würde ich in die Welt hinausrufen?“

Oder eben die Visitenkarten-Übung: Wie lautet die Kernbotschaft in maximal drei Sätzen, sodass sie auf eine Visitenkarte passt?

All das, so das Versprechen, mündet in die „Verlebendigung des Persönlichkeitskernes in konkreten Verhaltensweisen“, das Entwickeln einer Story und in sichtbare Alleinstellungsmerkmale.

Die Vorstellung, dass dabei der Persönlichkeitskern freigelegt wird, so wie Michelangelo den David aus einem Granitblock schuf, dieser dabei die Form schon in sich trug, scheint mir arg viel versprochen. Vor allem die der einzigartigen und unverwechselbaren Marke ist so ein Ding aus dem Marketing, das sich vielleicht gut verkaufen lässt, aber marketingtypisch ziemlich dick aufgetragen daherkommt. Man stelle sich nur vor, wie etwas so Einzigartiges wie eine Persönlichkeit in drei Sätzen auf eine Visitenkarte passen soll …

Aber wozu auch dieser hohe Anspruch? Warum soll es nicht noch viele andere mit einer ähnlichen oder gar der gleichen Botschaft geben? Ist doch letztlich egal, Hauptsache, jemand erkennt, was ihm – in seiner Lebenssituation – besonders wichtig ist. Und wer sagt denn, dass dies für immer gilt? Solche Werte sind zwar relativ stabil, aber können sich durchaus auch im Laufe eines Lebens verschieben.

Was aber niemanden davon abhalten sollte, sich mit dem, was ihm etwas bedeutet und für das er sich wirklch engagieren will, auseinander zu setzen. Und das dann auch konsequent zu verfolgen. Dabei können die oben genannten Fragen und Übungen auf jeden Fall helfen.

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