27. Mai 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Selbstreflektierendes Schreiben

INSPIRATION: Jeder, der an einem Coaching oder Training teilgenommen hat, kennt das traurige Phänomen, dass man etliche Inhalte schon bald wieder vergessen hat. Kommt mir selbst vertraut vor. Ich hätte gerne einige Erkenntnisse, die im Coaching unmittelbar aufkamen und für Erhellung sorgten, noch einmal abrufbereit, aber vieles ist einfach weg. Schreiben in vielfältiger Form könnte helfen, erklärt Olaf Georg Klein im Coaching Magazin (Wer schreibt, der bleibt).

Zwar kennen wir auch alle die typische Transfer-Maßnahme „Lerntagebuch“, aber wie viele von uns führen dies regelmäßig? Und wie viele, die in der Jugend irgendwann mit dem Tagebuchschreiben begannen, haben das durchgehalten? Ich nicht. Tatsächlich gibt es ja auch so etwas wie eine Anleitung zum selbstreflektierenden Schreibens in unserer Bildungskarriere nicht. Und viele von uns haben sogar negative Erinnerungen ans Schreiben. Weil wir allzu oft korrigiert und kritisiert wurden, wenn wir etwas Schriftliches präsentiert haben.


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Es muss auch kein regelmäßiges Tagebuchschreiben sein, das den Coaching-Erkenntnissen auf die Sprünge hilft. Klein sieht viele Vorteile und kennt auch viele Formen des Schreibens im und rund um das Coaching. Zunächst zu den Vorteilen:

  • Schreiben hilft gegen das Vergessen – schon der Akt des Schreibens verfestigt das Gelernte.
  • Geschriebenes kann wieder hervorgeholt werden und so dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen.
  • Geschriebenes kann von außen betrachtet werden und hilft dabei, die Dinge bei Bedarf auch in Frage zu stellen.
  • Schreiben verbessert die Ausdrucksfähigkeit, zum Beispiel für diffuse Zustände und Gefühle.
  • Schreiben hilft Stress abzubauen und dabei, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden.
  • Schreiben stärkt das Selbstwertgefühl und macht „unabhängiger von äußeren Zuschreibungen und Manipulationen“.

Und wie führt der Coach seinen Coachee ans Schreiben heran? In welchen Situationen ist es angebracht? Und wie kann der Coach selbst das Geschriebene nutzen?

Der Autor empfiehlt, den Coachee langsam an das Schreiben heranzuführen. Also ihn zum Beispiel bitten, sich vor der ersten Sitzung schon Notizen zu machen und diese mitzubringen. Diese Hürde ist gering und wird von den meisten leicht genommen. In den Sitzungen macht sich der Coach selbst Notizen und lädt den Coachee ein, sich nach einzelnen Abschnitten zu notieren, was er festhalten möchte. Für die Zeit nach den Sitzungen bittet er den Coachee, sich die Aufzeichnungen am nächsten Tag noch einmal anzuschauen und die wesentlichen Elemente kurz zusammen zu fassen.

Zwar sind diese Aufzeichnungen für den persönlichen Gebrauch durch den Coachee, aber es kann nützlich sein, dass auch der Coach sie zu Gesicht bekommt. Dann kann er sehen, was seit der letzten Sitzung geschehen ist und stellt gleichzeitig sicher, dass der Coachee im Prozess bleibt. Das Wichtigste bei all dem: Der Coach bewertet das Geschriebene nicht, er vermeidet alles, was wie eine Korrektur klingt und hält dem Coachee auch nicht vor, was er geschrieben hat („Aber Sie haben doch … geschrieben!“). Die Haltung des Coaches darf nie die des Kritikers oder Lehrers sein, der das Aufgeschriebene „benotet“.

Außer der Hausaufgabe, sich Notizen zu den Sitzungen zu machen, gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Schreibaufgaben wie z.B. das Erfolgstagebuch, ein Arbeitsjournal oder ein kreatives Projekt. Und lassen Sie sich nicht in die Irre führen mit der immer wieder geäußerten Behauptung, den meisten Coachees würde schlicht die notwenige Zeit fehlen. Der Autor betont, dass „Klienten jeder Hierarchieebene bis hin zu Vorständen dieses selbstreflektierende Schreiben praktizieren.“ Und mit fortschreitendem Coachingprozess würde es immer intensiver, ausführlicher und individueller. Dabei ziehen die Coachees „oft noch Jahre nach dem Abschluss des Coachings einen enormen Gewinn“ aus diesen Aufzeichnungen.

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