5. September 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Systemisches Innovationsmanagement

REZENSION: Sonja Zillner / Bernhard Krusche – Systemisches Innovationsmanagement. Grundlagen – Strategien – Instrumente. Schäffer-Poeschel 2012.

Systemik und Innovation sind zwei Begriffe, die beide schon für sich Aufmerksamkeit erregen. Hier treten sie im Doppelpack auf – ohne gleich als Pleonasmus zu erscheinen. Bringt der systemische Blick neue Einsichten bezüglich Innovation?

Auf jeden Fall, denn nichts liegt dem systemischen Denken ferner als falsche Simplifizierungen. Dieses Buch ist also keine Toolbox mit einfachen Rezepten, die man bloß nachkochen muss, auch wenn sich diverse Tools im Buch finden. Die Autoren weigern sich, Organisationen und organisationale Prozesse nach dem trivialen Maschinenmodell zu konzipieren; wenn sie auch mit einem Phasenmodell aufwarten.

Grundlagen und vier Spielarten des Innovierens

Das Buch ist zweigeteilt. Im ersten Teil (Grundlagen) bekommt die Leserschaft eine Einleitung in das systemische Gedankengut und in Dimensionen des Innovierens. Im Anschluss erfährt sie, welche vier Spielarten des Innovierens das Autorenpaar anhand der Unterscheidungen personen- vs. prozessorientiert sowie Strukturierung (wenig/hoch) konzipiert. Fallbeispiele illustrieren typische Vertreter der jeweiligen Richtung. Mittels eines Portfolios wird dargelegt, was die jeweiligen Vor- bzw. Nachteile sind.

Der zweite Teil ist der Innovationshelix gewidmet. Dieses Modell – eine Eigenschöpfung des Autorenpaares – gliedert sich in drei Phasen (Exploring, Designing, Embedding), die jeweils in drei oder vier Schritte unterteilt sind. Zugleich werden die Phasen und Schritte drei Ebenen (operativ, strategisch, gestalterisch) zugeordnet, so dass eine kühne Schleifenarchitektur entsteht, die entfernt an eine Achterbahn erinnert. Damit geht der Ansatz deutlich über das handelsübliche Kreativitätsworkshopsetting hinaus. Diese meist dümmliche Beschwörung des kreativen Geistes mittels Gripsgymnastik ist zwar recht populär, aber zumeist nichts weiter als Strohfeuerfackelei. Bei Zillner und Krusche werden auch die Phasen vor und nach der eigentlichen Ideation (Ideenentwicklung) betrachtet. Denn was ist schon eine schöne Idee, wenn man sie nicht umsetzen und vermarkten kann?

Exploring, Designing, Embedding

Konsequenterweise l…

Thomas Webers

Dipl.-Psych., Dipl.-Theol., Fachpsychologe ABO-Psychologie (DGPs/BDP), Lehrbeauftragter der Hochschule Fresenius (Köln), Business-Coach, Publizist

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