24. Mai 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Schwierige Coaching-Situationen

Buchbesprechung: Karin Kiesele / Andrea Schöller: Herausfordernde Situationen im Coaching: Toolbox Best Practice. Junfermann Verlag 2000.

Natürlich ist Coaching manchmal schwierig, Manchmal sind Klienten schwierig, manchmal hakt es einfach. Und dann fragt sich der Coach, wie reagieren? Was tun? Wie komme ich da jetzt raus? Antworten geben die Autorinnen Karin Kiesele und Andrea Schöller. Beide haben in ihrer langjährigen Praxis eine Fülle von solchen schwierigen Situationen gesammelt und teilen ihre Erfahrungen, vor allem aber bieten Lösungsvorschläge an.


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Bevor es ins Konkrete geht, widmen sie sich noch einmal Grundsätzlichem: Was ist ein Krise, was macht sie mit den Menschen? Insgesamt ist der Fokus der Autorinnen sehr auf das Thema Krise ausgerichtet, dabei geht es im Coaching nicht selten auch um nicht krisenhafte Entscheidungen, die Entwicklung von Strategien oder schlicht um Selbstreflexion des Klienten. Bereits der Darstellung der vielen möglichen Hindernisse im Coaching geht es um Begriffe wie Resilienz und VUKA-Welt. In allen Teilen bieten hier die Autoren konkrete Handlings mit Fragen, Vorschlägen für Interventionen vielfältiger Art. Man wird fündig.

Natürlich darf auch die Abgrenzung zwischen Coaching und Therapie nicht fehlen. Hier findet man allerdings die altbekannte Aussage, Coaching sei vor allem Beratung im beruflichen Kontext für Personen mit Führungs- und Steuerungsfunktion. Zwar ist dies die offizielle Definition des DBVC, ich halte das für eine mittlerweile völlig überholte Einschränkung. Auch die Selbstreflexion als Thema darf nicht fehlen: Wer Coach sein will, muss sich auch selbst immer wieder reflektieren und dafür Sorge tragen, dass man nicht in seiner eigenen Blase gefangen wird. Dazu gibt ein weiteres Kapitel mit zieldienlichen Ratschlägen.

Nun zum praktischen Teil: Hier folgen eine Reihe von tatsächlich schwierigen Lagen, in die man als Coach mit seinem Klienten kommen kann: Da geht es zum einen um eigene Probleme (Unsicherheit in der Methode, im Feedback geben oder eigene Betroffenheit) , Probleme mit dem Klienten (kann nicht, kommt nicht oder zu spät, zeigt Widerstand, will sich nicht verändern), um Probleme im Prozess (Ziel fehlt oder ist ungenau, Klient weicht aus, Coach und Klient drehen sich im Kreis) usw.

Tatsächlich ist die Fülle hier groß und die vorgeschlagenen Interventionen hilfreich. Der Rezensentin kommt da einiges bekannt vor aus ihrem eigenen ersten Berufsleben als Jobcoach (so würde man es heute nennen). Das ist auch der berufliche Background der Autorinnen. Seitdem ich allerdings als freie Coachin arbeite, haben sich diese Phänomene weitgehend erledigt, und das macht aus meiner Sicht das größte Manko des Buchs aus. Coachs, die mit selbstmotivierten Klienten arbeiten, die selbst zahlen, erleben zwar auch schon mal, dass Klienten sich nicht so gerne verändern wollen, aber hier steht der Wille des Klienten im Vordergrund und nicht das Ziel einer Arbeitsagentur, das es zu verfolgen gilt. Die Ziele, von denen im Buch die Rede ist, liegen nämlich in diesem Rahmen. Kurz und gut: Es gibt tatsächlich manches Hilfreiche, vor allem für Einsteiger ins Coaching und eben für Jobcoachs, mir scheint aber ganz generell, dass hier Probleme in einem eher speziellen Kontext abgehandelt werden. Zusätzlich zum Buch gibt es einige Materialien zum Download.

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