4. April 2025

Management auf den Punkt gebracht!

Team Alignment Map

REZENSION: Alexander Osterwalder / Stefano Matrogiacomo – High-Impact Tools für Teams. Teammitglieder koordinieren, Vertrauen aufbauen und rasch Ergebnisse erzielen mit 5 praktischen Tools. Campus 2021.

Fünf Tools, um „neue Freude am Teamwork“ zu entwickeln, werden in diesem seitenstarken, aber sind sonderlich inhaltsvollem Werk vorgestellt, wobei das „Haupttool“, die Team Alignment Map, nahezu 90% ausmacht. Für Führungskräfte und Teams, die es gerne strukturiert und geordnet haben, sicher ein nützliches Hilfsmittel.


Anzeige:

Bleiben Sie souverän und gelassen bei Konflikten in Teams und Organisationen!
In unserer Ausbildung Wirtschaftsmediation lernen Sie, wie Sie Konflikte konstruktiv klären. Fordern Sie jetzt unverbindlich das Infomaterial zur Weiterbildung an.
Ja, schickt mir mehr Infos!


Als erstes fällt auf, wie viele leere Seiten dieses Werk enthält. Bunte Cartoons und ein kleiner Satz, verteilt über zwei Seiten. Eine fette Überschrift auf der einen, Leere auf der anderen Seite. Auch ansonsten geht man mit Papier hier sehr großzügig um, so schafft man viele Seiten in kurzer Zeit.

Ein zentrales Tool

Als zweites fällt auf, dass im Grunde ein zentrales Tool vorgestellt wird, eben die Team Alignment Map. Sie besteht aus vier Spalten und einer Überschrift. Letztere enthält die Mission des Teams (der Gruppe, der Besprechung, des Projektes….), die Spalten sind überschrieben mit 

  • Gemeinsame Ziele
  • Gemeinsames Engagement
  • Gemeinsame Ressourcen
  • Gemeinsame Risiken

Die erste Spalte wird gefüllt mit Dingen, die zu erledigen sind, um die Mission zu erfüllen (gefragt wird: Was wollen wir erreichen? Was müssen wir tun? Was muss geleistet werden?)

Die zweite Spalte enthält die Zuständigen, gefragt wird: Wer macht was? Wer verpflichtet sich wozu?

In der dritten Spalte werden die vorhandenen Ressourcen aufgeführt, also alles, was benötigt wird, um die Ziele zu erreichen. Da steht dann auch, wie viel Zeit jeder einzelne zur Verfügung hat.

Und in Spalte 4 wird notiert, was den Erfolg behindern bzw. verhindern könnte (Bedrohungen, Risiken, Gefahren, Einwände).

Der Rest ist nicht sonderlich schwer zu verstehen: Aus der Mission werden die Ziele abgeleitet, die Aufgaben und die Zuständigen bestimmt und was man alles benötigt, dann geschaut, was schief gehen kann, anschließend werden die Risiken umgewandelt, d.h. hieraus werden weitere Aufgaben (Ziele) abgeleitet und Zuständige benannt. Das Gleiche geschieht mit den Ressourcen, so dass am Ende die beiden letzten Spalten im Idealfall leer sind.

Einschätzungen für einen Überblick

Ganz interessant ist ein weiterer Schritt – die Beurteilung des Plans. Dazu schätzt jedes Mitglied grob ein, ob die Ziele unklar, neutral oder klar sind, das Engagement implizit, neutral oder explizit, die Ressourcen fehlend, neutral oder verfügbar und die Risiken unterschätzt, neutral oder unter Kontrolle sind. So entsteht in kurzer Zeit ein Überblick, ob das ganze Vorhaben überhaupt eine Chance hat. Fällt die Beurteilung kritisch aus, muss man noch mal ran, entweder schon bei der Mission oder bei einzelnen Aufgaben. Zur Not müssen Dinge entfernt oder das Vorhaben in mehrere aufgeteilt werden – bis hin zur Entscheidung, dass es erst gar nicht gestartet wird.

Die Vorgehensweise wird an mehreren Beispielen aus Beruf und auch privatem Umfeld durchgespielt. Anschließend folgen viele Seiten mit Anwendungsmöglichkeiten: Die Team Alignment Map für Projekte, für Meetings, für Unternehmenskoordination, für große und kleine Gruppen.

Und weitere Tools

Und die vier anderen Tools? Da ist einmal der Teamvertrag, dann der Faktenfinder, die Respektkarte und der Leitfaden für gewaltfreie Bitten. Letzteres ist ein kurzer Exkurs zur gewaltfreien Kommunikation, um möglichen Konflikten vorzubeugen. Die Respektkarte ist ebenfalls ein Leitfaden für das einzelne Mitglied, mit der es sich auf Meetings vorbereiten kann, um zu vermeiden, anderen auf die Füße zu treten. Der Faktenfinder hilft, Aussagen auf ihren Nutzen zu überprüfen, oder besser: Beobachtungen von Annahmen, Verallgemeinerungen oder Urteilen zu unterscheiden – ein höchst sinnvolles Instrument, wobei sich der Leser fragt, wie realistisch es wohl ist, dass es in der Praxis (mehr als einmal) zur Anwendung kommt.

Auch der Teamvertrag schließlich ist kein wirklich neues „Tool“, aber durchaus empfehlenswert, ihn an den Anfang einer Zusammenarbeit zu stellen. Würde so manchem Team wertvolle Unterstützung bieten, daher werden wir ihn etwas ausführlicher in der Ideenfabrik darstellen. 

Fazit: Arg überdimensioniertes Buch zu einem Vorgehen, das durchaus sinnvoll erscheint, wobei zu befürchten ist, dass es sich in der alltäglichen Teampraxis schnell abnutzt.

Teile diesen Beitrag:

Johannes Thönneßen

Dipl. Psychologe, Autor, Moderator, Mitglied eines genossenschaftlichen Wohnprojektes. Betreibt MWonline seit 1997. Schwerpunkt-Themen: Kommunikation, Führung und Personalentwicklung.

Alle Beiträge ansehen von Johannes Thönneßen →

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert