12. Juni 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Unterstützung im Konflikt

INSPIRATION: Sie sind Konfliktpartei – in welcher Konstellation auch immer – und wissen nicht, wie Sie weiter vorgehen sollen? Wie wäre es, wenn die Möglichkeit besteht, im Internet eine Seite aufzurufen, auf der Sie eine Reihe von Fragen zu Ihrem Konflikt beantworten können? Und am Ende erhalten Sie eine konkrete Empfehlung für ein passendes Verfahren?

Gibt es längst, und zwar nicht nur einmal. In der Zeitschrift für Konfliktmanagement stellen die Autoren vier Angebote vor, die alle nach einem ähnlichen Schema funktionieren: Man beantwortet eine Reihe von Fragen zum Konflikt. Je nach den Antworten werden weitere Fragen gestellt. Und am Ende stehen Vorschläge für verschiedene Optionen inklusive der Vorteile und Risiken der Verfahren (Digitale Tools zur Unterstützung der Verfahrenswahl). Wer sich jetzt fragt, was das denn für Verfahren sein sollen, hier eine kleine Auswahl: Verhandlung, Mediation, Schlichtung, Schiedsgutachten, Schiedsgerichtsverfahren, Dispute Review Boards, Mini Trial, Early Neutral Evaluation … Oder eben das klassische staatliche Gerichtsverfahren.


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Die Ergebnisse der Tools können vielfältig genutzt werden. Wer sie nutzt (ob Experten wie Anwalt oder Mediator, ob Unternehmen, Arbeitnehmer, Führungskräfte, Kollegen, Mitarbeitende, aber auch Familienangehörige oder Nachbarn – je nach Konfliktthema), kann sich auf jeden Fall erst einmal einen Überblick verschaffen. Und wird zudem schon gezwungen, sich mit dem Konflikt tiefer auseinander zu setzen. Das kann schon zu Aha-Erlebnissen führen. Der neutrale Dritte kann mit dem Ergebnis (das als PDF heruntergeladen werden kann) auf die Parteien zugehen und ihnen die Optionen verdeutlichen.

Vorsortierung

Denkbar ist auch, dass sich die Konfliktparteien zusammentun und sich auf Basis der Empfehlungen für ein Verfahren entscheiden. Das wäre schon die erste Gemeinsamkeit und ein Schritt in Richtung Lösung. Klingt doch gut, oder? Hier die vier Angebote mit Link (Stand: Mai 2024):

  • DiReCT: Das Tool fokussiert auf b2b-Konflikte, hilft also den Vertretern von Unternehmen oder ihren Beratern und ist hier zu finden.
  • KOMPASS: Im Gegensatz zum ersten Tool hilft dieses bei Konflikten innerhalb von Unternehmen, hier können auch weitere Verfahren empfohlen werden wie Teamentwicklungsmaßnahmen oder Hilfe durch das betriebliche Gesundheitsmanagement. Schöner Zusatznutzen: Der Nutzer kann sich auch abstrakt über existierende Verfahrensmöglichkeiten informieren. Geeignet für einzelne Arbeitnehmer, Vertreter von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bzw. Beratern und ist hier zu finden.
  • Konfliktlotse „Recht ohne Streit“: Das Tool erfasst ein breites Spektrum von Konfliktanlässen, z.B. auch Familien- und Erbstreitigkeiten oder Nachbarschaftskonflikte. Es ist besonders laienfreundlich gestaltet, befindet sich noch in der Testversion und ist hier zu finden.
  • IHK-Konfliktpartner: Dieser richtet sich an Unternehmen, die sich in einem b2b-, b2c- oder einem Arbeitskonflikt befinden. Ein wenig IHK-Werbung darf erwartet werden, das Tool ist hier zu finden. Scheint aber noch nicht ganz ausgereift zu sein …

Fallbeispiele

Extrem hilfreich, finde ich. Hätten vielleicht die Parteien in den Fallbeispielen in einem weiteren Beitrag der ZfKM nutzen sollen. Darin geht es um Konflikte in existenziellen Unternehmenskrisen (Mediationsanaloges Arbeiten in existenziellen Unternehmenskrisen), hier werden zwei spannende Fallbeispiele vorgestellt. Tatsächlich sieht das Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen (StaRUG) eine Art Mediator, hier Sanierungsmoderator, vor, allerdings wird dieser in der Praxis offenbar kaum angefordert.

In den beiden Beispielen hatten die Beteiligten Glück: Die Personen, die am ehesten einen neutralen Standpunkt einnehmen konnten, verfügten über eine Mediationsausbildung und nutzten ihre Kompetenzen, das Ergebnis war in beiden Fällen eine Lösung, die ohne ein Gerichtsverfahren auskam. Lesenswert.

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