23. Juni 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Versierte Dogmatiker

INSPIRATION: Mitunter können wir nur staunen, wie beharrlich offensichtlich gebildete und kluge Menschen auf einer Meinung bestehen, selbst wenn sie längst wissenschaftlich widerlegt wurde. Weil wir dem Irrglauben anhängen, dass Bildung und Intelligenz die Voraussetzungen für gutes Denken sind. Sind sie – einerseits. Andererseits sind sie aber auch die Ursache dafür, dass Menschen an dummen Ideen unverrückbar festhalten. Warum?

Wer über eine gute Bildung verfügt und dazu noch schlau ist, der ist auch gut darin, sein erworbenes Wissen geschickt zu verteidigen (Neugier sticht Eitelkeit). Und je häufiger ihm das gelingt, umso stärker wird er in seiner Eitelkeit bestärkt. Seine Meinung zu ändern würde ja bedeuten, dass man vorher falsch lag, also gar nicht so gebildet und schlau ist. Ein Zeichen von Schwäche – also lieber noch vehementer die sinnlose Position verteidigen.

Laut Henning Beck hilft dagegen nur eines: Sich selbst kritisch zu hinterfragen und selbstständig zu denken. So wie „Wissenschaftler mit zunehmenden Wissen immer bescheidener, während Nichtwissenschaftler immer selbstüberzeugter werden.“ Und eine Meinungsänderung als Zeichen der Stärke anerkennen.

Bescheidenheit ist eine Zier …

Ein Satz lässt aufhorchen: „Wenn man Bildung als bloße Wissensvermittlung versteht, dann bildet man am Ende versierte Dogmatiker aus …“ Da könnte das Problem liegen. Wo lernen wir, Dinge in Frage zu stellen, die richtigen Fragen zu stellen? Was passiert, wenn Schüler, Auszubildende oder Studenten kritisch nachfragen? Und was wird eher belohnt: Eine Theorie möglichst präzise wiedergeben zu können oder sie zu hinterfragen? Was wird in Prüfungen verlangt?

Ich kann mich an eine einzige eigene Prüfung erinnern, in der es nicht ausschließlich um das Abfragen von Wissen ging. Da sollte ich erklären, mit welchen Themen ich besondere Schwierigkeiten beim Lernen hatte, und was genau daran diese Probleme verursacht hatten. Aus meinen Antworten schloss der Prüfer, wie ich mich mit den Themen auseinandergesetzt hatte. Während ich in einer anderen Prüfung Begeisterung erntete, als ich eine Anekdote aus einer Vorlesung zum Besten gab als Beweis, dass ich anwesend war …

Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert