20. Juni 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Wahre Egostärke

INSPIRATION: Sie möchten den Vorteil diverser Belegschaften nutzen? Dann ist es nicht damit getan, gemischte Teams zu bilden. Das funktioniert nämlich nur, wenn Unterschiedlichkeit auch in Meinungen und Haltungen möglich ist, was wiederum nur bei erlebter psychologischer Sicherheit gelingt. Klingt unmittelbar einleuchtend. Denn nur wenn Menschen sich sicher sein können, dass Offenheit und Widerspruch keine negativen Konsequenzen nach sich ziehen, werden sie sich einbringen. Wissenschaftler aus St. Gallen haben zwei Dimensionen „entdeckt“, die zu psychologischer Sicherheit beitragen (Wie oft sprechen Ihre Mitarbeiter aus, was sie wirklich denken?):

Verletzlichkeit

Nicht gerade etwas, das man gerne zeigt, oder? Wir müssen fürchten, dass andere unsere Verletzlichkeit ausnutzen, also geben wir uns lieber stark und unverwundbar. Was tun, damit das anders wird?


Anzeige:

Veränderungen gemeinsam bewusst zu gestalten und das komplexe Zusammenwirken aller Beteiligten wirksam zu verzahnen, damit sie ein Unternehmen voranbringen - dabei begleitet Gabriele Braemer mit clear entrance® seit über 20 Jahren Organisationen rund um den Globus. Mit strategischem Know how, methodischer Vielfalt und einem echten Interesse für Ihr Anliegen. Zur Webseite...


  • Frauen in Führungspositionen bringen: Schon wenige weibliche Führungskräfte sorgen dafür, dass im Team Verletzlichkeit gezeigt wird. Was mit der Egostärke zu tun hat. Gemeint ist nicht ein übertrieben zur Schau gestelltes Selbstbewusstsein (eher das Merkmal „älterer, weißer Männer„), sondern die Fähigkeit, die eigene „Identität und das Selbstgefühl aufrechtzuerhalten auch angesichts von Stress und Konflikten„. Und weniger stark auf die Bestätigung anderer angewiesen zu sein. 
  • Auf Egostärke als persönlicher Kompetenz bei der Einstellung und Beförderung von Führungskräften achten, z.B. indem man nach erlebten Beispielen fragt, in denen die Kandidaten Egostärke bewiesen haben.
  • Demut vorleben. Gemeint sind drei Faktoren: Offenheit, also die eigene Fehlbarkeit vorleben, Fehler zu geben; Nichtwissen zugeben: Mitarbeitende schätzen Führungskräfte mit hohem Fachwissen, wenn sie gleichzeitig in der Lage sind, auf eine Frage auch mal zugeben zu können, wenn sie etwas nicht wissen; Verfügbarkeit – tatsächlich anwesend, ansprechbar sein, sich nicht distanzieren und ausweichen.

Wertschätzung

Gemeint ist hier nicht nur die Wertschätzung der Fähigkeiten und Beiträge jedes Mitgliedes, sondern auch die Wertschätzung unterschiedlicher Meinungen und der Unterschiedlichkeit generell.

  • Lassen Sie also unterschiedliche Meinungen und Ansichten zu, indem Sie sie anhören und nicht sofort abwerten nach dem Motto „Ich weiß ohnehin schon, was richtig ist.“ Sorgen Sie dafür, dass sich alle äußern können und nicht nur die üblichen Wortführer. Was wieder mit Egostärke zu tun hat: Wer sich selbst wirklich traut, der hat auch kein Problem damit, wenn er mal anderen Recht geben muss. Was wiederum Frauen offenbar besser können. 
  • Intensivieren Sie zwischenmenschliche Beziehungen, kultivieren Sie Nähe. Auch das sorgt dafür, dass sich Menschen respektiert, angenommen fühlen, dass sie spüren, dass ihre Meinung geschätzt wird.

Klingt nicht nach Heldentum, oder? Sondern eher sehr menschlich. Verletzlichkeit als Führungskompetenz? Das dürfte nicht so einfach zu vermitteln sein.

Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert