13. April 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Zeitverschwendung meiden

PRAXIS: Lesen Sie hin und wieder Management-Bücher? Das kann sich lohnen, aber bei monatlich 1.000 Titeln allein in den USA ist es vermutlich reiner Zufall, dabei auf einen wirklich nützlichen Titel zu stoßen. Schade um die Zeit, die man verschwendet, wenn sich am Ende oder auch mitten in der Lektüre herausstellt, dass der Nutzen gering ist. Jemand, der selbst solche Bücher verfasst, erklärt im Harvard Business Manager, wie man herausfindet, ob sich der Aufwand wirklich lohnt (Lesen Sie sich schlau!).

Für erfahrene Leser vermutlich keine wirklichen Neuigkeiten, aber manchmal hilft ja ein wenig Struktur – und die eine oder andere Anregung ist auch für Vielleser vielleicht interessant. Also: Ein Management-Buch ist im Grunde immer gleich aufgebaut:


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  • Es gibt einen Kerngedanken, eine Kernbotschaft
  • Es werden Zahlen und Statistiken als Beleg genutzt
  • Es werden Theorien und Analysetools vorgestellt
  • Es werden Fallbeispiele und Anekdoten erzählt
  • Es gibt praktische Empfehlungen bzw. ultimative Tipps

Die Autoren lassen sich auch schnell zuordnen, es sind Menschen aus der Praxis (Unternehmer, Gründer, Manager), Wissenschaftler oder Berater. Wenn man Glück hat, sind ihre Botschaften neu, enthalten also tatsächlich neue Theorien und Erkenntnisse. Oder sie liefern zumindest „sinnvolle Erweiterungen oder Anwendungsfälle zu bereits vorhandenem Wissen“. Der Rest ist Recycling.

Spreu und Weizen

Was also tun, wenn Sie einen neuen Titel in der Hand halten? Hier die Tipps, die sich in drei Kategorien aufteilen lassen:

  • Wissensverdichtung: Zuerst sollte man sich überlegen, welches Ziel Sie mit der Lektüre verfolgen: Wollen Sie eine neue Fähigkeit erwerben? Geht es um konkrete Entscheidungen? Oder möchten Sie eine bestehende Situation, ein Problem, das Sie analysieren und verstehen wollen?
    Dann lesen Sie die Einleitung. Gute Autoren verdichten in der Einleitung, indem sie den zentralen Gedanken erläutern und den Nutzen herausstellen.
    Und seien Sie skeptisch bei dicken Wälzern, es könnte sein, dass da jemand versucht, mit Masse Eindruck zu schinden. Kluge Ideen lassen sich auf den Punkt bringen.
  • Wissensaufnahme: Wenn Sie sich zur Lektüre entschieden haben, bleiben Sie kritisch. Hinterfragen Sie die Thesen und Theorien, denn (und das denke ich auch ganz oft) zu jeder Behauptung gibt es unter Garantie konkurrierende Thesen – irgendjemand hat bereits oder wird schon bald das Gegenteil in einem Managementbuch beweisen.
    Gehen Sie als erstes das Inhaltsverzeichnis durch, lesen die Überschriften und Kapitelzusammenfassungen und suchen in den einzelnen Kapiteln das für Sie Relevante. Das reicht oft, dann müssen Sie längst nicht alles lesen.
    Und wenn Sie hier nicht fündig werden, legen Sie das „Werk“ zur Seite. Das fält schwer, aber erspart Ihnen nicht nur viel Zeit, sondern auch Ärger (über sich selbst).
  • Anwendung: Jetzt wird es anstrengend: Wenn Sie sich zur Lektüre entschieden haben, markieren Sie interessante Erkenntnisse im Text, notieren ihre eigenen Gedanken am Rand oder sogar in einem eigenen Dokument.
    Und dann suchen Sie sich einen Anwendungsfall, um das Gelernte umzusetzen.

Die besten Bücher

Tatsächlich sind in meiner Erfahrung die besten Bücher die, denen ich etwas entnommen habe, das irgendwann und irgendwo zur Anwendung kam. Meist habe ich beim Lesen schon gedacht: Das müsste ich mal ausprobieren. Wenn man sich unsicher ist, hilft ein letzter Tipp: Erzählen Sie jemandem von einer Erkenntnis aus dem Buch und prüfen dann im Gespräch, wie nützlich diese ist.

Ich für meinen Teil werde nach diesem Beitrag bei den nächsten Titeln, die ich in die Hand nehme, versuchen, schneller zu entscheiden, ob ich mich auf eine Lektüre einlasse oder mich nach der „Verdichtung“ auch mal zügig zu verabschieden.

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