17. Juli 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Zu umsetzungsorientiert?

INSPIRATION: Das ist eine interessante Frage: Warum führen Organisationen agile, selbstorganisierte Teams ein? Oder besser: Wozu führen sie diese ein? Eine Antwort: Weil sie damit flexibler sind, schneller reagieren können, Kundenwünsche rascher aufnehmen und verarbeiten können – kurz: Weil sie als Organisation anpassungsfähiger werden. Es geht also unter anderem darum, schneller in die Umsetzung zu kommen – was in hierarchischen Organisationen oft ein Problem ist.

Aber wie sieht es dann mit der Innovation aus? Eine Studie des MIT hat sich die Auswirkungen von täglichen Stand-up-Besprechungen angeschaut, bei denen es ja vor allem um die Koordination und Verteilung von Aufgaben geht. Sie sind ein Kernformat der agilen Arbeit. Das Ergebnis scheint nachvollziehbar: Man fokussiert stark auf das Tagesgeschäft, strategische Fragen fallen unter den Tisch (Agilität kann in die Sackgasse führen). Die Teams entwickeln Routinen, diese werden zum Maß aller Dinge, neue Ideen haben es da schwer.


Anzeige:

Wir sind Experten für 360° Feedback-Instrumente und für Mitarbeiterbefragungen, die wirklich etwas verändern. Unser erfahrenes Team unterstützt unsere Kunden in allen Projektphasen, also von der Konzeption über die Ein- und Durchführung bis hin zur Arbeit mit den Ergebnissen. Unsere innovativen Tools sind 'Made & hosted in Germany', werden inhouse entwickelt und ständig optimiert. Neugierig? Zur Webseite...


Ein Dilemma

Mit anderen Worten: Was im operativen Bereich sinnvoll erscheint, ist in Sachen Strategie und Innovation schädlich. Wenn alle agil arbeiten, dann wird sich nur noch angepasst. Unter anderem auch an den Kunden. Das ist ja ein weiterer Aspekt von Agilität: Die enge Anbindung an die Kunden, um auf deren Wünsche schneller reagieren zu können. Aber wahre Innovation entsteht nicht dadurch, dass man immer auf den Kunden hört.

Noch ein Argument: Agile Teams tendieren dazu, homogener zu werden. Man identifiziert sich stärker mit der Organisation und dem Team, was dazu führt, dass man sich eher einig ist, einseitige Sichtweisen einnimmt und vorschnelle Lösungen riskiert. All das mündet in die Erkenntnis, dass Agilität zwar sinnvoll ist, aber es am Ende doch wieder Führung braucht, die als ständiges Korrektiv für Irritationen sorgt und damit die Basis für Fortschritt und Innovation herstellt.

Ungeeignet für Innovation?

Stimmt das? Sind agil aufgestellte Unternehmen weniger innovativ? Was ist mit Ansätzen, bei denen sich auf Initiative von Mitarbeitenden neue Teams bilden, die neue Ideen verfolgen? Was ist mit regelmäßigen Reviews, die darauf abzielen zu überprüfen, ob die gefundenen Lösungen etwas taugen? Sicher sollte es in jeder Organisation Bereiche und Räume geben, in denen strategische Fragen angegangen werden. Verstehe ich das richtig, dann sollten diese nicht nach agilen Prinzipien arbeiten, sondern wie?

Eine etwas seltsame Argumentation, aber dafür ist der Beitrag auch in der Rubrik „Speakers Corner“ veröffentlicht, in der gerne provokante Thesen vorgestellt werden. Letztlich lautet die Erkenntnis hieraus, dass man durchaus hin und wieder die Frage stellen muss, ob die Teams nicht zu routiniert, nicht zu angepasst, nicht zu homogen sind. Das schadet keiner Organisation…

Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert