20. Juni 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Aktives Erinnern

PRAXIS: Lernen im Sinne von „sich bestimmte Inhalte erschließen und diese später wieder abrufen zu können“, also z.B. die klassische Vorbereitung auf eine Prüfung, kostet Zeit und Mühe. Da sind wir dankbar für jeden Tipp, der uns dieses Lernen erleichtert. Viele solcher Tipps sind Unsinn, aber manches funktioniert tatsächlich (Die Leichtigkeit des Lernens). Zu den Mythen zählen das Training der zwei Gehirnhälften, das Lerntypen-Modell (wirklich hilft, wenn alle Sinne angesprochen werden), das Speed Reading (wer schneller liest, versteht weniger), das Lernen in Trance und das Lernen zur Musik.

Klingt alles verlockend, hilft aber nicht. Was auch nicht wirklich funktioniert, ist das sture Pauken und stetige Wiederholen. Das zerstört die Motivation und lässt uns das Gepaukte auch nicht besser behalten. Tja, was dann?


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Das Geheimnis liegt in der Funktionsweise des Gehirns. Wir lernen nicht beim Lesen oder Aufschreiben, sondern beim Anwenden. Die Frage ist nur, wie man auswendig Gelerntes wie eine Theorie, eine Jahreszahl oder eine Definition denn anwenden soll. Indem man sich an sie aktiv erinnert. Soll heißen: Wir eignen uns erst eine Weile, z.B. 15 Minuten, neues Wissen an. Dann testen wir das Erlernte, z.B. in Form eines Quiz oder durch Abfragen durch andere (auch 15 Minuten), dann machen wir eine Pause. Dann folgt die nächste Sequenz. Und 24 Stunden später wird erneut angewendet, sprich: Wir testen uns wieder, nur ist der Abstand jetzt größer. Der Abstand wird dann erneut ausgedehnt bis zum nächsten Test.

Sehr wirksam ist das gegenseitige Abfragen bzw. über das Gelernte mit anderen zu sprechen, was ja auch wieder eine Anwendung darstellt. Wobei ein weiterer Erfolgsfaktor hinzukommt: Fehler machen. Das, was uns dann vielleicht peinlich ist, hilft aber ungemein. Wir müssen erneut nachschlagen oder unsere Partner verbessern uns. Damit beschäftigen wir uns mit dem jeweiligen Inhalt intensiver und vergessen ihn nicht mehr so schnell. Also nicht ärgern, wenn wir etwas falsch wiedergeben.

Ganz generell gilt wohl auch, dass Periodisierung und Rhythmus beim Lernen unterstützen. So wie bereits gezeigt: Im Wechsel lernen, wiedergeben, Pause und wieder von vorn. Es soll auch nutzen, wenn man etwas Neues immer zu einer bestimmten Uhrzeit lernt, zu anderen Zeiten sich dann mit Wiederholungen beschäftigt. Also um 9:00 Uhr wird neues Wissen erworben, um 11.00 Uhr bereits Gelerntes wiederholt.

Und ganz entscheidend: Die Pausen. Hier helfen Entspannungstechniken, Meditation aber auch körperliche Betätigung wie z.B. Yoga. In diesen Zeiten verarbeitet das Hirn offenbar das zuvor erfasste neue Wissen, daher ist es auch ratsam, sich kurz vor der Pause das Wichtigste noch mal ins Gedächtnis zu rufen.

Wer dazu tendiert, bis in die Nacht hinein zu lernen, der dürfte sein Ziel eher verfehlen. Wichtig ist, genügend Schlaf zu bekommen, denn hier gilt ebenfalls, dass das Gehirn diese Zeit zum Verarbeiten und Ablegen des Wissens benötigt. Und wie vor den Pausen sollte sich mit den wichtigsten Inhalten vor dem Einschlafen noch einmal kurz beschäftigen.

Das klingt alles sehr nachvollziehbar, wobei die Schwierigkeit darin bestehen dürfte, einem Organ wie dem Gehirn das nötige Vertrauen zu schenken. Da hat man gepaukt und glaubt, noch lange nicht genug „gespeichert“ zu haben, da soll man Pause machen, meditieren oder Sport treiben statt weiter zu pauken? Aber genau das ist die Empfehlung. Na dann…

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