2. März 2024

Das Beste aus der Fachliteratur

Elektronisches Lernen

KRITIK: Es ist ein großes Geschäft. Angeblich setzt die e-Learning-Branche welteweit 91 Milliarden Dollar um. Eigentlich erstaunlich angesichts der Tatsache, dass sich bis heute kein Trend so wirklich durchgesetzt hat. In einem lesenswerten Beitrag der managerSeminare (Zwischen Hypes und Hoffnungen) werden die letzten 25 Jahre aufgerollt. Es fing an mit Lehrvideos (können Sie sich noch erinnern?), dann kam die CD-ROM und das Computer Based Training (CBT), dann das Web Based Training (WBT). Mit dem Internet wuchsen die Hoffnungen, allerdings nur bis zum Crash im Jahr 2000. Danach hieß es bescheidener „Content is King“. 

Irgendwann besann man sich darauf, dass es die richtige Mischung sein sollte, was dann unter Blended Learning verkauft wurde. Mit dem iPad kam neuer Schwung ins elektronische Lernen, die Idee dabei: Wir lernen jetzt überall und ständig. Weil wir unseren Computer mit uns herumtragen und dann mal kurz ein paar Lernsequenzen einlegen, wenn wir grade nichts Besseres zu tun haben. Entsprechend wurden die Lektionen verkürzt, jetzt konsumieren wir „Learning Nuggets“. Naja, manchmal…


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Schließlich ein neuer Begriff: MOOC (Massive Open Online Course), das Ende der klassischen Hochschule, weil nun jedermann auf Vorlesungen und Seminare zugreifen kann. Leider zeigte sich, dass das die Abbrecherquoten extrem hoch waren, der Trend ist schon wieder vorbei. 

Und was ist der neuste Schrei? Virtual Reality. Wir setzen eine Datenbrille auf und bewegen und in einem dreidimensionalen Raum, in dem die Anforderungen simuliert werden, die wir beherrschen sollen. Wie wir uns das vorstellen müssen? Wie im Flugsimulator. So wie man keinen Anfänger ins Cockpit setzt, sondern ihn vorher fleißig in einem nachgebauten Apparat trainieren lässt, so können wir mit diesen Datenbrillen alle möglichen Situationen simulieren. Immer dann, wenn wir lernen sollen, Dinge zu bedienen, zu konstruieren, zu reparieren – z.B. Chirurgen, die Organe verpflanzen sollen – könnte das Lernen mit der Datenbrille nützlich sein.

Ob es sich durchsetzt? In bestimmten Anwendungsfällen vermutlich schon, es gibt angeblich bereits Modelle, die für den Normalverbraucher erschwinglich sind. Der Aufwand für entsprechende Programme allerdings ist hoch, und wenn der Neuigkeitsfaktor („Second Life“, wer erinnert sich daran noch?) verblasst ist, könnte der Hype auch schnell vorbei sein. Zumal es etlichen Nutzern offenbar beim Gang durch die virtuellen Welten kotzübel wird. Könnte glatt sein, dass man die Brillen schon bald nur noch im Technikmuseum wieder findet.  So wie den Videorekorder.

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