14. Juli 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Besprechung mit den sechs Hüten

PRAXIS: Wer bei der Idee der sechs Hüte an eine Narrenkappe denkt, liegt gar nicht so weit daneben. Der Narr am Hof hatte die Freiheit, Dinge zu äußern, die anderen niemals erlaubt worden wären. Genau um diese Erlaubnis, Dinge aus anderen Perspektiven zu äußern, geht es bei den sechs Hüten. Diese heißen:

  • der weiße Hut, der für Informationen, Zahlen, Daten und Fakten steht.
  • der rote Hut, er steht für Intuitionen und Emotionen.
  • der schwarze Hut vertritt Gefahren, Schwierigkeiten und Probleme.
  • der gelbe Hut ist das Gegenstück zum schwarzen Hut, er sucht nach den Vorteilen, Chancen, dem Nutzen, dem Positiven.
  • der grüne Hut ist der Hut der Kreativität. Hier werden Ideen, Alternativen und Möglichkeiten gesucht.
  • der blaue Hut schließlich symbolisiert den emotionslosen Überblick, Disziplin und Regeln und die Metaebene. Unter ihm werden weitere Schritte festgelegt und das Geleistete überdacht.

Der Einsatz in einer Besprechung kann nun unterschiedlich erfolgen. Wichtig ist, dass alle gemeinsam eine Sache unter einem Hut, sprich: unter einem Aspekt diskutieren. Stellt man z.B. fest, dass gerade mal kräftig Bedenken ausgetauscht werden (schwarzer Hut), können alle gemeinsam den grünen Hut aufsetzen und erst mal nach Lösungsmöglichkeiten suchen. Hier wird also aus gegebenen Anlass ein einzelner Hut in der Besprechung aufgesetzt.


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Möglich ist auch der gezielte Einsatz mehrerer Hüte hintereinander. Bei emotionsgeladenen Themen könnte die Reihenfolge lauten:

  1. Roter Hut: Gefühle äußern, Dampf ablassen
  2. blauer Hut: Reihenfolge, Tagesordnung festlegen
  3. grüner Hut: Ideen sammeln
  4. gelber Hut: Positive Aspekte und Nutzen der neuen Ideen diskutieren
  5. schwarzer Hut: Erörterung der Schwächen und Risiken
  6. grüner Hut: Lösungsmöglichkeiten für die Schwächen suchen
  7. weißer Hut: weitere notwendige Informationen werden eingefordert
  8. blauer Hut: Das weitere Vorgehen wird festgelegt.

Der Vorteil dieser Methode: Alle kommen unter verschiedenen Gesichtspunkten zu Wort, aber sehr systematisch. Die Struktur sorgt zudem dafür, dass auch alle Aspekte erörtert werden. Da dies nacheinander geschieht, werden unnötige Schleifen und Wiederholungen vermieden.

(aus Nowak, Andreas: Schöperisch mit System, Sauer-Verlag 2001 S. 40-46)“

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