14. Juli 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Mind Wandering

INSPIRATION: Mütter und Väter mit Kinderwagen tun es, Hundespaziergänger, Wartende am Bahnsteig oder Bushaltestelle, Fahrgäste im Zug, Kunden an der Supermarktkasse, Eltern am Kinderspielplatz – wohin man schaut, zücken Menschen ihr Handy und streichen mit dem Daumen hoch und runter auf der Suche nach irgendetwas. Auf neue Ideen bringt uns das nicht. 

Tatsächlich kann einen der Anblick schon deprimieren. Letztens saß ich im Stadtpark, auf der Wiese spielte eine Mutter mit Kleinkind – nein, nicht mit dem Kind, sondern mit dem Handy. Während das Kind sich am Kinderwagen hochzog, auf den Boden plumpste und es immer wieder neu versuchte. Aber aufregen darf ich mich nicht, ich erwische mich täglich dabei, wie ich in jeder Minute, in der gerade nichts passiert, in die Tasche greife und mal kurz die E-Mails checke. Um dann zu überlegen, wo ich denn außerdem nach Neuigkeiten schauen kann.

Langeweile ist produktiv

Auf diese Weise entsteht zumindest keine Langeweile. Aber genau das ist vielleicht ein Fehler. „Langeweile ist sehr viel besser als ihr Ruf„, schreibt Henning Beck in der Wirtschaftswoche (Machen Sie einfach mal nichts). Ein interessantes Argument: Wenn man Menschen im Wartezimmer die Wahl gibt, ihr Smartphone zu benutzen oder 20 Minuten nichts zu tun, ist die Stimmung der zweiten Gruppe gar nicht schlechter als der der ersten. Soll heißen: Mehr Zufriedenheit bringt uns die Beschäftigung mit dem Handy nicht. 

Zweites Argument: Wir kommen auch nicht auf neue Ideen. Geistesblitze tauchen eher auf, wenn wir (ohne Handy) mit dem Hund spazieren gehen, Radfahren, unter der Dusche stehen – also dann, wenn wir mit unseren Gedanken allein sind. Was passiert dann? Wir schweifen ab. lassen unseren Geist umherwandern. In solchen Momenten sind in unserem Gehirn andere Bereiche aktiv als beim fokussierten Blick auf den kleinen Bildschirm. Und zwar die gleichen, die auch arbeiten, wenn wir uns mit Fragen wie „Was wäre, wenn…?“ beschäftigten. 

Kann ich nur bestätigen. Hin und wieder komme ich auf neue Ideen beim Lesen, tatsächlich hatte ich vor den Zeiten des Smartphones immer ein Buch oder eine andere Lektüre dabei, ich konnte noch nie gut irgendwo ohne Beschäftigung herumsitzen. Ansonsten aber zitiere ich gerne den letzten Satz der Kolumne von Henning Beck: „Machen Sie ab und zu mal nix. Es wird Ihnen mehr Spaß machen, als Sie denken.

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