23. Juni 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Ein Coaching-Roman

REZENSION: Lutz Urban / Christian Marx – David, Emily und der ganz normale Wahnsinn. Frankfurter Allgemeine Buch 2018

Ein Fachbuch in Form eines Romans zu schreiben ist eine ziemliche Herausforderung. Dieses Buch mit dem  Untertitel „Der Work-Life-Balance-Roman“ beschreibt den Versuch einer Führungskraft, den beruflichen Druck mit seinem privaten Leben zu vereinbaren, was ihm am Ende mit Hilfe eines Coachs gelingt. So nebenbei wird hier natürlich auch für das Coaching-Konzept geworben.


Anzeige:

Mit dem Coaching-Magazin und dem Coaching-Newsletter informieren wir Coaches, Führungskräfte, Personalverantwortliche und Coaching-Interessierte umfassend und regelmäßig über das Thema Coaching und die Coaching-Branche. Neben Brancheninfos und Hintergründen lesen Sie Konzepte und Praxisberichte, Tools sowie Interviews und sind über aktuelle Trends informiert. Zur Webseite...


Und die Herausforderung haben die beiden Autoren durchaus bewältigt, denn das Buch liest sich locker und leicht und sorgt für das eine oder andere Aha-Erlebnis. Die Führungskraft David arbeitet bei einem Bauunternehmen, der Chef ist arg direktiv und fordernd und drückt dem armen David den Entwurf einer Nachhaltigkeitsstrategie auf’s Auge. Dieser weiß nicht, wo ihm der Kopf steht, zudem hat auch Emily, seine Frau, beruflich einiges am Bein.

Sie bringt ihn mit Leo, einem Coach in Kontakt, obwohl David von dieser Sorte Unterstützung so gar nichts hält. Aber Leo ist entspannt und souverän und zieht den Manager in seinen Bann. Nach und nach bringt er ihm die fünf Kernkompetenzen bei, die man benötigt, um sein Leben in Balance zu bringen:

  1. Auf den eigenen Zustand achten – mit bekannten Atem- und Achtsamkeitsübungen.
  2. Abstand gewinnen – wo er lernt, eine Position der inneren Führung aufzubauen.
  3. Gute Gründe für Gegenpositionen finden – was er sofort im Gespräch mit Mitarbeitern einsetzt und sie dafür gewinnt, ihn bei der Strategie zu unterstützen.
  4. Optimale Räume schaffen – gemeint sind innere und äußere Räume, und heute natürlich auch virtuelle.
  5. Sich am Anfang schon über das Ende im Klaren sein – z.B. klären, was alle Beteiligten genau erwarten und dann den jeweils nächsten Schritt planen.

Das klingt alles banal und bekannt? Mag sein. Aber so wie es in dieser Geschichte erzählt wird, kann man jemanden bei der Umsetzung begleiten und hat damit nicht nur ein Selbstührungscoaching, sondern auch gleich ein Stück Führungstraining beobachtet.

Sicher, das läuft alles sehr glatt und geschmeidig, und der Held setzt die Tipps des Coachs nicht nur umgehend um, sondern sammelt damit auch sofort Erfolgserlebnisse. Da kann der Coach noch so oft sagen, dass man alles immer wieder und wieder trainieren muss – in der Welt außerhalb der Romane ist der Prozess weitaus mühsamer. Coaching-Skeptiker wird man damit nicht unbedingt überzeugen. Aber zumindest wird deutlich, worauf es ankommt, und die einzelnen Prozessschritte sind plausibel und nachvollziehbar.

Ein kleines Buch, das man gestressten Führungskräften durchaus in die Hand drücken kann. Nach jedem Abschnitt gibt es eine kurze Zusammenfassung samt QR-Code, mit dem man auf Audio-Programme zu einzelnen Kompetenzen oder PDF-Dokumente zugreifen kann. Ich habe mich angemeldet, aber diese noch nicht ausprobiert, allerdings mir fest vorgenommen, erstere bei der nächsten Autofahrt zu testen.

Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert