13. April 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Einfach nur noch Arbeit

INSPIRATION: Während einige der bekannten Tech-Konzerne ihre Mitarbeiter wieder ins Büro zurückholten, bleibt es bei Microsoft dabei, dass die Teams selbst entscheiden, wann und von wo sie arbeiten. Der Chef selbst erkennt nur Vorteile und vertritt sie auch mit Überzeugung (Viele Chefs haben eine Produktivitätsparanoia). In seinem Unternehmen hatte man den Mitarbeitenden schon vor Jahren die Wahl überlassen, von wo aus sie arbeiten wollen, und das bewährte sich während der Pandemie. 

Die zentrale Aussage lautet: Tatsächlich ist die Produktivität nirgendwo zurückgegangen, eher im Gegenteil. Kein Grund also, wieder zu den alten Anwesenheitspflichten zurückzukehren, aber genau das haben offenbar viele (zwei Drittel der deutschen Betriebe) vor. Darin zeige sich eine „Produktivitätsparanoia“ vieler Chefs, so der Microsoft-CEO. Für Nadella ist es egal, wo die Leistung erbracht wird, und er sieht keinen Sinn darin, „schweigend Seite an Seite zu erledigen, was man auch unterwegs oder am heimischen Schreibtisch erledigen könne …“ Arbeit ist eben einfach nur Arbeit.


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Eine „Produktivitätsparanoia“ vieler Chefs

Klar, Microsoft hat natürlich auch besonders von der Pandemie profitiert, weil man genau die zur virtuellen Zusammenarbeit benötigte Technik zur Verfügung stellt. Aber er erklärt auch, welche Vorteile er selbst kennen gelernt hat. Heute ist er maximal 50% seiner Zeit vor Ort, den Rest erledigt er per Videokonferenz. Und dabei lernt er Menschen kennen, denen er vermutlich sonst niemals begegnet wäre. Und hat mehr über ihre Aufgaben und Projekte erfahren als je zuvor. Er schätzt „schnelle, effiziente digitale Treffen mit relevanten Leuten„. Die digitalen Kollaborationstools ermöglichen es zudem den Menschen, viel leichter die relevanten Leute im Unternehmen kennenzulernen und Netzwerke aufzubauen. 

Er schätzt auch die Chat-Funktion: So können Teilnehmer in Meetings interessante Beiträge beisteuern, Anregungen geben oder Links teilen, was in Präsenzmeetings nur eingeschränkt möglich ist. Der Job von Führungskräften ist es dabei immer weniger, die Arbeit der Leute zu kontrollieren, sondern für Klarheit bei den Aufgaben und Zielen zu sorgen und Prioritäten abzustimmen, damit man sich nicht verzettelt – den Rest machen die Leute selbst.

Zwei Knackpunkte

Zwei Knackpunkte kommen dann doch zur Sprache: Wie lernen Neulinge ihre Kollegen kennen, wenn sie vom ersten Tag an zu Hause sitzen? Und wie können sie sich ein Netzwerk aufbauen? Nadella setzt hier auf Tandemmodelle. Und wie verhindert man, dass diejenigen, die nicht oder nur ganz selten vor Ort sind, übersehen werden, weil sie eben nicht mal so eben im Chefbüro aufkreuzen oder sich lautstark in Szene setzen können? 

Hier bleibt er eine Antwort schuldig. Aber mal weiter gedacht: Wenn die Nähe zum Chef und das Auftreten bisher die entscheidenden Faktoren für Aufstieg, Beförderung und Anerkennung von Leistung waren, dann wäre es doch gerade jetzt höchste Zeit, daran etwas  zu ändern, oder? Zur Anwesenheit zu verpflichten, damit die Chefs sich ein Bild ihrer Mitarbeitenden machen können, wäre schon ein schräges Argument. Vielleicht kommt es ja gerade durch die „Remote-Arbeit“ endlich dazu, dass vor allem die Ergebnisse zählen …

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