24. Mai 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Generalüberholung

KRITIK: Gibt es in Ihrer Organisation auch regelmäßige Mitarbeiterbefragungen? Wenn ja: Wie steht es um die Beteiligung? Wenn hier eine Müdigkeit eintritt, hat das bekannte Gründe. Und es wird Zeit für eine Generalüberholung. So wie in dem Hilfsnetzwerk Ärzte ohne Grenzen. Dort lag die Beteiligung zuletzt (2021) bei 66 Prozent. Anlass für HR, sich externe Unterstützung zu holen und die Befragung neu aufzusetzen.

Und weil „Teilhabe und Mitsprache in der DNA der Organisationskultur“ sind, wurden vorab Interviews und Workshops mit Führungskräften, dem Managementteam, dem Betriebsrat und Mitarbeitenden durchgeführt. Auf eine Vor-Befragung verzichtete man wohlweislich, um die Befragungsmüdigkeit nicht noch zu verstärken (Optimiert dank Partizipation). Ziel der Umfrage sollte es u.a. sein, eine „Safer Space-Arbeitskultur zu schaffen, in der sich alle sicher fühlen, ihre Bedürfnisse und Ideen zu äußern.


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Anschließend wurde der Fragebogen überarbeitet. Inhaltlich wurden die Themen Arbeitsbelastung und Stresserleben neu aufgenommen, die Themen Inklusion und Diversity wurden neu gestaltet. In Sachen Auswertung entschied man sich, bis auf die Teamebene herunter zu gehen, um den Teams bzw. den Führungskräften die Möglichkeit zu geben, ihre eigene Situation zu reflektieren. Das geschieht allerdings nur dann, wenn mindestens fünf Antworten vorliegen, um die Anonymität zu wahren. Und schließlich wurde die Antwortskala von 5 auf 7 Werte geändert, um eine größere Differenzierung zu ermöglichen.

Das Resultat: Die Teilnahmequote stieg auf 83%, für zwei Drittel der Teams konnten eigene Berichte erzeugt werden. Und die Ergebnisse in Sachen Arbeitsbelastung und Stress führten dazu, dass der Verein Mitarbeitende zu Mental Health First Aiders ausbilden lässt sowie einmal im Jahr ein Entwicklungstag zur Selbstreflexion durchgeführt wird.

Staff Dialogue

Die Ergebnisse auf Teamebene sollen in den Teams im sogenannten Staff Survey Dialogue besprochen werden, hierauf werden die Führungskräfte von den Beratern vorbereitet. Wäre mal interessant zu erfahren, wie viele solcher Reflexionstreffen tatsächlich stattgefunden haben. Ob das mit der Differenzierung bei einer breiteren Skala funktioniert hat, erfahren wir auch nicht.

Eine Erkenntnis für den kritischen Lesern lautet: Wer ernsthaft Antworten haben möchte, der kommt bei diesen Instrumenten nicht umhin, sie regelmäßig neu zu gestalten, sie nutzen sich ab, wie das bei Werkzeugen nun mal ist. Und vermutlich macht es am Ende keinen Unterschied, ob 5er- oder 7er-Skala – Hauptsache anders. Auch dieser Fragebogen wird eine begrenzte Lebensdauer haben und bei der nächsten Generatlüberholung auf fünf Skalenwerte reduziert.

Was mir gefällt: Auch die Fragen wurden erweitert, ergänzt, angepasst. Damit wird die übliche Forderung nach Vergleichbarkeit mit früheren Ergebnissen vermutlich nicht mehr erfüllt, aber manchmal muss man Prioritäten setzen. Also lieber Neues erfahren als statistischen Bedürfnissen Rechnung tragen.

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