13. April 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Hausrundgang

PRAXIS: In Teams gibt es immer Themen, die die Mitglieder beschäftigen, ohne dass sie klar angesprochen werden. In der Regel köcheln sie im Untergrund, wirken sich aber auf die Stimmung aus, bis sie in offene Konflikte münden. Diese lösungsorientierte Übung hilft, sich auf die \nStärken zu besinnen, die Ressourcen zu aktivieren und die kontroversen Themen zu klären.

Die Grundidee ist die eines Hausrundgangs, der je nach Stand des Teams mal „Frühjahrsputz“ (wenn unausgesprochene Themen auf den Tisch kommen sollen) oder „Erntezeit“ heißen kann (wenn z.B. nach einer Phase der Projektarbeit ein Rückblick angesagt ist). Im Raum gibt es dazu mehrere Stationen, die von 3er-Teams besucht werden (also mindestens so viele Zimmer wie Teams).


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Jede Station steht für ein Zimmer oder auch einen Teil des Grundstücks (z.B. Vorgarten oder Keller oder Garage). Die Moderatorin bittet die 3er-Gruppen, an irgendeinem Teil des Hauses zu beginnen und den Anleitungen an den Stationen zu folgen. Es gibt dafür keine feste Reihenfolge, die Teams organisieren den Ablauf selbst. Die Moderatorin bleibt außen vor und mischt sich auch nicht unter die Kleingruppen.

An jeder Station wird ca. 10 Minuten verweilt, insgesamt sollte die Übung nicht mehr als 90 Minuten in Anspruch nehmen. An den Pinwänden hängen Blätter mit den Anleitungen und dem Namen des Zimmers, einer Karte mit der Nummer, dazu Moderationsmaterial, Pin-Nadeln und Stifte sowie Materialien passend zum jeweiligen Thema.

Welche Zimmer zum Rundgang angeboten werden, liegt beim Moderator. An jeder Station sammeln die Teilnehmer Antworten zu den jeweiligen Fragen und halten sie auf dem Flipchart oder der Pinwand fest. Hier einige Beispiele:

  • Schlafzimmer: Juwelen, sprich: Ergebnisse, Erfolge: „Was haben wir in den vergangenen Wochen erreicht? Was sind kleine und große Erfolge? Was hat sich gut entwickelt?“ Material: Glitzersteine
  • Arbeitszimmer: Entscheidungen, Ordnung, Aufräumen: „Was waren die wichtigsten Entscheidungen? Was wurde abgeschlossen, aussortiert, entsorgt?“ Material: Rucksack, Mülleimer…
  • Vorgarten: Wachstum und Schnitte: Wie im Weinbau, wo der Ertrag von dem richtigen Schnitt im Frühjahr abhängt: „Was haben wir vor längerer Zeit richtig gemacht, das sich heute positiv auwirkt? Wie sind wir mit Bedenken und Problemen umgegangen?“ Material: Gartenschere, Rebe…
  • Wohnzimmer: Zusammenarbeit heute und in der erwünschten Zukunft: Aufgabe hier, ein Bild zu malen: „Wie erleben wir die Zusammenarbeit?“ Bild 2: Wie erleben wir die Zusammenarbeit in der gewünschten Zukunft?“ Material: Leerer Bilderrahmen
  • Küche: Ressourcen und Tratsch: Jeder beschreibt für sich einen Moment, in dem er sich besonders gut gefühlt hat, wo ihm etwas besonders gut gelungen ist. Anschließend tratschen die beiden anderen wohlwollend, wertschätzend und anregend über die jeweilige Person, die nur schweigend zuhört: „Was hat er/sie super gemacht? Was haben andere zum Gelingen beigetragen? Material: Küchentisch
  • Badezimmer: Stilles Örtchen: Hier wird tatsächlich geschwiegen, sitll vor sich hin reflektiert. Wer möchte, kann Gedanken auch zu Papier bringen und aufhängen. Material: Badewanne, Schaumbad
  • Terrasse und Garten: Perspektivenwechsel: Wir stellen uns vor, man schaut von außen auf das Team (z.B. aus Kundensicht, andere Teams, Geschäftsleitung etc.): „Was ist das Besondere an dem Team, worin ist es besonders gut? Was bringt es zustande? Material: Verschiedene Brillen
  • Keller: Regal mit dem Eingemachten: Manchmal geht es im Team um das „Eingemachte“: „Wir sind wir mit schwierigen Situationen umgegangen? Was ist uns gelungen und wie haben wir das geschafft? Was haben wir daraus gelernt? Was wollen wir in Zukunft vermeiden und wie?“ Material: Einmachgläser

Nach dem Parcour folgen 20 bis 30 Minuten Pause, in der die Teilnehmer schon einmal herumgehen können, der Moderator räumt derweil auf und stellt die Wände so auf, dass alle gut zugänglich sind.

Oft werden allein durch das Beantworten der Fragen viele Dinge schon geklärt und Missverständnisse ausgeräumt. Man kann auch die Teilnehmer bitten, herumzugehen und sich maximal drei Themen, die noch weiter behandelt werden sollten, heraussuchen, auf Themenkarten schreiben und in der Mitte ablegen. Diese werden im weiteren Verlauf aufgegriffen und bearbeitet.

Das Vorgehen habe ich selbst noch nicht erlebt, aber empfinde das Lesen bereits als so spannend und hilfreich, dass ich es auf jeden Fall einmal ausprobieren werde.

(nach: Bärbel Hess: Frühjahrsputz und Hausrundgang, aus: Peter Röhrig / Martina Scheinecker (Hrsg.), Lösungsfokussiertes Konflikt-Management in Organisationen. S. 85-93)

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