21. Mai 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Klartext reden

INSPIRATION: Wir Menschen tun uns oft schwer mit echter Zusammenarbeit. Was unter anderem daran liegt, dass wir uns meist als Experten in einer Sache fühlen und deshalb glauben, andere überzeugen zu müssen. Vor allem Führungskräfte tappen in diese Falle. Für echte Zusammenarbeit aber braucht es andere Fähigkeiten und Einstellungen.

Eine Harvard-Professorin hat sich Kooperation in anderen Zusammenhängen angeschaut und drei Elemente identifiziert, die notwendig sind („Wir sind nicht dazu geboren, mit anderen zu kooperieren“). Das erste ist Rezeptivität (Empfänglichkeit). Offen sein für andere, anders Denkende, Menschen mit anderem Hintergrund – gerade in heutigen Zeiten begegnen wir immer mehr Menschen, mit denen wir wenig Ähnlichkeit haben, eine große Chance, wenn wir empfänglich bleiben.


Anzeige:

Mit dem Coaching-Magazin und dem Coaching-Newsletter informieren wir Coaches, Führungskräfte, Personalverantwortliche und Coaching-Interessierte umfassend und regelmäßig über das Thema Coaching und die Coaching-Branche. Neben Brancheninfos und Hintergründen lesen Sie Konzepte und Praxisberichte, Tools sowie Interviews und sind über aktuelle Trends informiert. Zur Webseite...


Der zweite Faktor dürfte die Voraussetzung für Nr. 1 sein: Neugier. Wir sollten Ideen und Meinungen nicht sofort bewerten, sondern uns erst einmal für sie und die jeweilige Person interessieren. Fällt immer schwer, wenn wir uns für Experten halten, die es eigentlich besser wissen. Ein Tipp: Gezielt Ausschau halten nach Menschen, die wir interessant finden, Kontakt zu ihnen aufnehmen, auch wenn wir sie für unerreichbar halten. 

Das dritte Element nennt sie Comping (engl. abgekürzt von accompanying – begleiten oder möglicherweise to complement – ergänzen), ein Begriff aus dem Jazz. Das ist die Fähigkeit, sich zurückzunehmen und den Solisten glänzen zu lassen. In einer Jazzband sind hervorragende Einzelmusiker, aber wenn jemand ein Solo spielt, halten sich die anderen nicht nur zurück, sondern sorgen dafür, dass er besonders gut rüberkommt. Das passt nun so gar nicht in das klassische Bild vor allem von Führungskräften. Sie müssten sich anders verstehen, nämlich als diejenigen, die sich zurücknehmen, weniger sichtbar, im Hintergrund sind. Und was braucht es dafür?

Vertrauen auf jeden Fall. Wer anderen schnell negative Absichten unterstellt, wenn dieser sich nicht wie erwartet verhält, wird wohl kaum in der Lage sein, ihn erst mal machen zu lassen. Also ganz wichtig: Anderen Menschen erst einmal grundsätzlich positive Absichten unterstellen. Unglaublich schwierig, oder?

Eine der wichtigsten Verhaltensweisen im Team, um all das zu fördern: Klartext reden. Womit wir beim konkreten Handeln sind. Fragen Sie sich mal, ob das in Ihrem Team tatsächlich möglich ist und auch geschieht. Sagen die Mitglieder sich gegenseitig, was sie voneinander erwarten? Erzählen sie sich, woran sie gerade arbeiten, wie sie weiter vorgehen wollen, welche Annahmen sie treffen? Das funktioniert ja schon in vielen Partnerschaften und Familien nicht sonderlich gut, für Teams eine wirklich große Herausforderung. Klappt nur, wenn sich der Einzelne sicher fühlt, keine Angst haben muss, sofort Kritik zu ernten, angegriffen oder belächelt zu werden. Stichwort „Psychologische Sicherheit“

Vielleicht könnte man über die genannten Begriffe einfach mal im Team gemeinsam sprechen: Wie sieht es aus mit Neugier, Empfänglichkeit, Comping, Vertrauen und Klartext reden können?

Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert