11. September 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Leader-Leader-Prinzip

REZENSION: David Marquet – Reiß das Ruder rum! Eine wahre Geschichte über Führung und darüber, wie Mitarbeiter zu Mitgestaltern werden. dpunkt.verlag, 2020.

Selten habe ich ein Managementbuch in derartig kurzer Zeit gelesen. Was zum einen am Stil liegt, zum anderen am überschaubaren Umfang, aber vor allem daran, dass die Geschichte des Kommandanten eines Bootes zeigt, wie man auch in hoch formalisierten und hierarchischen Organisationen eine mitarbeiterorientierte Führungskultur etablieren kann.


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Der Autor beschreibt, wie er seine ersten Einsätze in der US-Marine erlebt hat, was nicht unähnlich dem ist, was viele Menschen von ihren ersten Erfahrungen in einem Konzern berichten. Ein Schlüsselerlebnis und das völlige Kontrastprogramm zur üblichen Anweisungs- bzw. Befehlskultur war für ihn die Frage eines Soldaten an den Kommandanten, die mit den Worten begann: „Ich beabsichtige …“ und der Kommandant antwortete: „Sehr gut!“

Als er dann selbst Kommandant eines U-Bootes wurde, und dazu noch eines, an dessen Bord die Stimmung mies, die Fluktuation hoch und die Bewertungen miserabel waren, wollte er die Sache völlig anders angehen. Wie, das beschreibt er in 30 kurzen Kapiteln, die wie ein Tagebuch wirken. Jedes Kapitel beginnt mit einem einleitenden Satz, dann folgt das Datum und das Ereignis, das mitunter regelrecht spannend beschrieben wird, dann sein Fazit aus dem Erlebten und schließlich kommen Tipps, wie man die Erkenntnisse im eigenen Unternehmen umsetzen oder Veränderungen anstoßen kann.

Empowerment

Das grundlegende Prinzip spricht mir aus der Seele, denn die zentrale Erkenntnis lautet: Es genügt nicht, Menschen zu ermächtigen oder zu „empowern“. In diesem Ansatz steckt nach wie vor das „Leader-Follower-Denken“. Die einen ermächtigen, die anderen werden ermächtigt. Das Ziel sollte vielmehr ein „Leader-Leader“-Prinzip sein. Man kann jetzt über die Begriffe streiten und zu Recht anmerken, dass Marquet ja nichts anderes gemacht hat, als von oben nach und nach seine Mannschaft empowert hat. Das könnte eine lange theoretische Diskussion werden.

Letztlich aber zählt das Ergebnis, und das sieht so aus, dass aus der Santa Fe ein Vorzeige-Schiff der US-Marine wurde, und das in wenigen Monaten. Einfach dadurch, dass die Entscheidungen und damit die Führung in die Ebenen verlagert wurden, wo sie hingehören. Drei Teile des Buches stehen für die zentralen Faktoren, nämlich

Johannes Thönneßen

Dipl. Psychologe, Autor, Moderator, Mitglied eines genossenschaftlichen Wohnprojektes. Betreibt MWonline seit 1997. Schwerpunkt-Themen: Kommunikation, Führung und Personalentwicklung.

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