INSPIRATION: Nein, neu ist das nicht, schon gar nicht bei MWonline. Wir haben häufig kritisiert, wenn Beiträge erscheinen, die sich mit „Low Performern“ oder zu deutsch „Schwachleistern“ beschäftigen. Und in denen Modelle vorgestellt werden, in denen Mitarbeitende in Schubladen („Portfolios“) einsortiert werden. Wo es dann die Top-Leister gibt, die Talente, die auf dem Weg dahin sind, aber noch nicht soweit sind, die fleißigen Bienen, die an ihrer Leistungsgrenze angekommen sind und aus denen nicht mehr herauszuholen ist – und eben die „Low Performer“.
Das alles ist an sich schon menschenverachtend. Eine Fachanwältin (und heute zuständig für die Diversitätsprogramme bei SAP) geht einen Schritt weiter und erklärt, dass es gar keine Low-Performer gibt (Low Performer gibt es nicht). Sie unterscheidet zwei Gruppen von „Menschen, die nicht so können, wie sie wollen“. Wohlgemerkt, da heißt es nicht „wie sie sollen„, sondern „wie sie wollen„. Damit wird schon mal klar, dass sie davon ausgeht, dass Menschen grundsätzlich das leisten wollen, was sie zugesagt haben.
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Menschen wollen Leistung abliefern
Wenn ihnen das nicht gelingt, so hat das zwei Ursachen: Entweder hat ihnen „das Schicksal ins Karma gespuckt“ (eine Trennung, eine Krankheit, Überlastung, ein Unglück) und sie brauchen schlichtweg Hilfe oder auch nur eine Pause. Da muss dann die Führungskraft Möglichkeiten schaffen, z.B. flexible Arbeitszeiten, Umverteilung der Aufgaben – auf jeden Fall sollte nicht der Druck noch erhöht werden.
Oder aber derjenige ist für die Aufgabe nicht geeignet. Das ist ihm dann nur zum Teil anzulasten, weil er vielleicht etwas versprochen hat, was er nicht halten konnte. Aber dann gilt es, neue Aufgaben zu finden. Wenn diese im Unternehmen vorhanden sind. Wenn nicht, hilft es überhaupt nicht, nun mit Performance-Management-Systemen um die Ecke zu kommen, Ziele zu vereinbaren, Beurteilungen zu verfassen, Anreizsysteme zu installieren – und was der Baukasten der „Personalentwicklungsmanagement-Systeme“ noch so hergibt – …
