4. April 2025

Management auf den Punkt gebracht!

Mitarbeiterentwicklung als Kernprozess

INSPIRATION: Mitarbeiter erarbeiten in einem Workshop Werte und Sinnthesen – so etwas ist nicht wirklich neu und manch einer mag die Augen verdrehen. Am Ende steht nur ein neues Pamphlet, das aufgehängt und dann nicht weiter beachtet wird. Es muss aber nicht so enden.

Bei der Hotelkette Upstalsboom, deren Inhaber in der letzten Zeit viel veröffentlicht hat und auf zahlreichen Veranstaltungen auftritt, meint man es ernst mit der Vision, dass das Unternehmen eine Entwicklungsstätte für Menschen ist. Ich weiß, Ähnliches haben schon viele von sich behauptet. Und nur weil man bei Upstalsboom aus den Human Resources die Human Relations gemacht hat, muss dies noch nicht bedeuten, dass dort irgend etwas anders läuft.


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Aber kennen Sie Unternehmen, die von sich behaupten, dass „die persönliche Entwicklung jedes Mitarbeiters als Kernprozess des Unternehmen definiert“ wird? Das zumindest schreibt Bodo Janssen in der Personalwirtschaft (Neue Mitte). Ich habe schon viele Kernkompetenzen formuliert gesehen, aber eine solche noch nicht.

Sinnthesen

Aber klar, Papier ist geduldig. Was genau ist praktisch abgelaufen? Ein ganztägiger Workshop mit Führungskräften und Workshops mit 120 Mitarbeitern führten zu sechs zentralen Thesen, einem Wertebaum mit zwölf Werten und Slogans und 32 noch konkreteren Thesen, den „Upstalsboomer Sinnthesen“. „Sie bringen auf den Punkt, wie im Unternehmen miteinander gearbeitet und umgegangen werden soll.“

In Workshops mit 60 Auszubildenden erarbeiteten auch diese für sich Leitlinien und Handlungsempfehlungen. Dazu kommen eine Reihe von Weiterbildungsmodulen, an denen sogar Gäste der Hotelkette teilnehmen können. Ein Unternehmen, das sich für seine Kunden öffnet, mehr noch, diese an der eigenen Entwicklung beteiligt? Das klingt in der Tat innovativ.

Der Beitrag in der Personalwirtschaft ist ein Marketingartikel für die Workshop-Methode, aber unabhängig davon: Der grundlegende Tenor lautet: Geben Sie Mitarbeitern Zeit und Gelegenheit, über das WOZU dessen, was das Unternehmen und damit sie selbst leisten, zu reflektieren. Die Idee ist, dass Mitarbeiter sowohl über den Sinn des eigenen Tuns nachzudenken als auch darüber, wie dieser zu dem Unternehmenszweck passt. Wenn die Schnittmenge groß genug ist, dürften beide sehr davon profitieren. Upstalsboom hat den Umsatz massiv gesteigert und die Fluktuationsquote dramatisch gesenkt.

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Johannes Thönneßen

Dipl. Psychologe, Autor, Moderator, Mitglied eines genossenschaftlichen Wohnprojektes. Betreibt MWonline seit 1997. Schwerpunkt-Themen: Kommunikation, Führung und Personalentwicklung.

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