24. August 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Spielerisch Schlagfertigkeit trainieren

PRAXIS: Die kollegiale Beratung ist definitiv ein alter Hut. Ja, und? Es ist einfach ein gutes Konzept. Und hier zeigt ein systemischer Altmeister an einem schwierigen Thema, wie viel PS die Methode unter der Haube hat. Beeindruckend!

Haben Sie, liebe Leserinnen und Leser nicht auch schon einmal diese Situation erlebt? Ob nun im Arbeitskontext oder im Privaten: Plötzlich haut jemand eine diskriminierende Bemerkung heraus – dass es Ihnen schlicht den Atem verschlägt. Das geht gar nicht! Aber … Sie ringen nach Luft und stammeln – während Sie sich überlegen: Schlagen Sie mit gleicher Münze zurück? Oder wollen Sie lieber differenzieren, um gleich einen Unterschied zu machen? Sie könnten auch schlicht drüber weggehen und den Mund halten. Nach dem Motto: Keine Aufmerksamkeit ist Strafe genug. Aber müsste man nicht doch …?


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Geschockt – und um Antwort ringend

Johannes Herwig-Lempp (Vielfältige Antworten auf einfältige Bemerkungen) packt den Stier bei den Hörnern. Und er macht das in der Überzeugung, mit dem Problem nicht allein dazustehen. Er nutzt dafür das Konzept der kollegialen Beratung (Kollegiale Beratung – systemisch). Und das ist bekanntermaßen ein Gruppensetting. Ein Fallbringer schildert sein Problem, seine Fragestellung und verstummt einstweilen. Die Gruppe der Kolleginnen stürzt sich nun auf den „Braten“ und entwickelt zunächst eine gehörige Bandbreite an Assoziationen, die im Folgenden zu Hypothesen und Lösungsideen weiterentwickelt und dann eingedampft wird. Der Fallbringer bedankt sich zunächst beim Kollegium und erklärt zum Schluss, welche Idee aus der Fülle der produzierten er nun verfolgen wird. Die Schwarmintelligenz produziert also einen Mehrwert. Und das Gruppensetting entschleunigt diese Lösungsfindung.

Der Autor nutzt also genau dieses Setting für die Bearbeitung der eingangs geschilderten, schwierigen Situation. In der Tat hätte irgendjemand in irgendeiner Runde der kollegialen Beratung genau diese Fragestellung aufwerfen können. Dann wäre das eben in genau dieser einen Runde besprochen worden. Da das „Problem“ aber nicht nur Einzelne angeht, macht der Autor die Bearbeitung öffentlich. Wie weise und wie hilfreich! Man kann es zur Nachbereitung, aber auch zur Vorbereitung nutzen. Zur Steigerung der Selbstwirksamkeit.

Das Vorgehen

  • Schritt 1 – Hypothesen zum Verhalten der anderen Person: Es werden viele (!) Hypothesen generiert – auch verrückte, vermeintlich abwegige und schräge. Da kommen schon so 30 bis 40 Hypothesen zusammen. Immer konnotiert mit „weil“ und „vielleicht“. Und es wird nichts „kommentiert oder diskutiert, sondern für sich stehen gelassen“.

Thomas Webers

Dipl.-Psych., Dipl.-Theol., Fachpsychologe ABO-Psychologie (DGPs/BDP), Lehrbeauftragter der Hochschule Fresenius (Köln), Business-Coach, Publizist

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