12. Juni 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Steigender Toleranzbedarf

INSPIRATION: Die Kolumnen von Reinhard Sprenger habe ich immer gerne gelesen, fand sie aber in der letzten Zeit eher flach. Doch beim Thema „Toleranz“ hat er wieder einen guten Punkt getroffen (Der Kunde ist der Kitt). In der Tat, unser Toleranzbedarf „explodiert“ geradezu. Die Vielfalt allerorts nimmt zu, sie passiert einfach. Ob bei Geschlecht, Alter, Nationalität, Religion, politischer Gesinnung, Teilzeit- und Vollzeitarbeiter*innen, Singles / Familien / Alleinerziehende – um nur einige zu nennen. Überall heißt es, die unterschiedlichsten Ansprüche zu berücksichtigen. Aber wie kann das funktionieren?

Nicht mit Appellen. Auch nicht mit „Wertefibeln und Toleranzproklamationen“. Das Mittel der Wahl heißt: Gemeinsame Probleme. Ob wir sie „Herausforderungen oder Ziele“ nennen, am Ende geht es darum, Probleme zu lösen, die man nur gemeinsam lösen kann. Damit das funktioniert, muss man miteinander kommunizieren, daraus erwächst Verstehen. Wenn wir beim Bearbeiten unserer Aufgaben nicht respektvoll miteinander umgehen, schaden wir uns selbst, denn dann finden wir keine Lösungen. So einfach ist das?


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Gemeinsame Probleme lösen

Und was ist das Problem für Mitarbeitende in Unternehmen? Na, auch ganz einfach: Das der Kunden. Wer hier erfolgreich ist, ist als Unternehmen erfolgreich. Wenn das gelingt, „können wir aufhören, uns wechselseitig zu missionieren“. Und wie lautet dann die zentrale Herausforderung an Führungskräfte bzw. Manager? Schöner Satz: „Wie präsentiere ich eine Aufgabe so, dass sie den wechselseitigen Respekt auf strukturelle Weise wahrscheinlich macht?“

Ich sehe ihn schon vor mir, den Teamleiter, der da sagt: „Leute, es interessiert mich nicht, ob der eine in Teilzeit will, der andere seltsame Ansichten vertritt, der dritte nicht mit einem Muslimen zusammenarbeiten will – Hauptsache, Ihr löst das Problem des Kunden!“ Mag zwar sein, dass wir im gemeinsamen Problem „sogar mit unserem nervigsten Zeitgenossen verbunden“ sein können – aber funktioniert das auf Dauer? Vermutlich gehört da noch deutlich mehr zu, als immer wieder auf die Aufgabe zu verweisen. Denn die Appelle kenne ich nur zu gut: „Leute, wir haben doch alle ein gemeinsames Ziel, und das lautet …“ Und dann sitzt die arme Führungskraft da und muss sich das Gejammer von den Mitarbeitenden über die Kollegen anhören.

Was noch dazu kommen muss: Jeder muss spüren, dass er wirklich benötigt wird. Dass sein Beitrag unverzichtbar ist – ebenso wie der der Kollegin. Egal, ob sie in Teilzeit arbeitet, ein Kopftuch trägt oder einer anderen Generation angehört. Wo das gelingt, könnte das Thema „Toleranz“ sich vermutlich wirklich von selbst erledigen.

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