13. April 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Tacheles, rote Fahnen und Signalwörter

PRAXIS: Egal, wie offen die Kommunikation und Atmosphäre in einer Organisation ist – es gibt immer Situationen, in denen sich Mitglieder bedeckt halten statt zu sagen, was sie von der gerade stattfindenden Diskussion halten. Sei es, weil sie selbst eher zurückhaltend sind, schlechte Erfahrungen mit klaren Meinungsäußerungen gemacht haben oder andere nicht verletzen möchten.

Drei Interventionen, die man in Teams einführen kann, verhelfen zu mehr Offenheit. Wobei natürlich die Unternehmenskultur eine wichtige Rolle spielt: Wo eher Sorge herrscht, dass man sich durch Offenheit Nachteile einhandelt, wäre erst einmal mit diesem Thema anzufangen.


Anzeige:

Manchmal stecken wir fest: in der Zusammenarbeit, in Veränderungsprozessen, in Entscheidungs-Zwickmühlen oder in Konflikten. Dann kann Beratung helfen, die Bremsen zu lösen, um wieder Klarheit und Energie zu entwickeln. Wir unterstützen Sie mit: Führungskräfte-Coaching, Teamentwicklung, Konflikt- und Organisationsberatung. Zur Webseite...


Bei der „Wir-reden-Tacheles-Unterbrechung“ unterbricht der Moderator / Diskussionsleiter die Besprechung und fragt das Team: „Was ist zu dem Thema bisher nicht gesagt worden?“ Die Gruppe wird in Kleingruppen zu je drei Teilnehmer aufgeteilt (Die Kraft der Drei), diese beantworten die Frage getrennt. Anschließend entscheidet jede Kleingruppe, welche Erkenntnisse sie mit den anderen teilt. Das kann z.B. über ein mit allen geteiltes Dokument geschehen. Die Ergebnisse werden besprochen, wenn alle wieder zusammen kommen.

Red-Flag-Replay

„Rote-Fahnen-Replays“ sind eine ähnliche Intervention. Der Begriff stammt aus dem American Football, wo Trainer mit einer roten Fahne signalisieren können, dass ein möglicher Regelverstoß überprüft werden soll. So ähnlich läuft das auch bei Meetings ab. Jeder aus dem Mitgliederkreis kann dieses „Replay“ ankündigen – einfach indem er unterbricht und darum bittet, die soeben erlebte Situation noch einmal Revue passieren zu lassen. Sei es, weil ein Prozess in seinen Augen nicht gut verlaufen ist oder weil sie den Eindruck hatte, dass gegen Verhaltensspielregeln verstoßen wurde.

Dann schließen sich auch hier Kleingruppen zusammen, diskutieren kurz darüber, was passiert ist, was in diesem Moment hätte besser laufen können und was nötig ist, um das Team wieder auf Kurs zu bringen. Die Erkenntnisse werden danach wieder mit allen geteilt (siehe oben)

Signalwörter

Diese Intervention ist noch einfacher, aber erfordert ebenfalls Mut. Das Team vereinbart ein bestimmtes Wort oder einen Satz (z.B. „Was würde Yoda dazu sagen?“). Äußert jemand diesen Satz, unterbricht dieser die Sitzung und verschafft allen eine Verschnaufpause. Wer das Signalwort in den Raum geworfen hat, erläutert dann, was ihm wichtig ist. Sei es, dass er das Gefühl hat, dass die Runde vom Thema abgekommen ist, dass er sich unwohl fühlt mit dem Verlauf oder was immer ihn zu der Unterbrechung veranlasst hat.

Alle drei Interventionen haben den schönen Effekt, dass sie die Stimmung ihm Team verändern und allen die Gewissheit geben, dass Dinge nicht unnötig unter den Teppich gekehrt werden. Immer vorausgesetzt natürlich, dass niemandem anschließend ein Nachteil aus seinen Äußerungen entsteht.

(Nach: Keith Ferrazzi – Ab ins Nest. Harvard Business Manager 11/2023 S. 75-76)

Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert