6. September 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Zoom-Müdigkeit?

INSPIRATION: Die Corona-Krise hat vielen Menschen einen Home-Arbeitsplatz verschafft. Und was kaum jemand wohl vorher für möglich gehalten hat: Viele vermissten ihr Büro gar nicht. Dabei war schon lange vorher bekannt, wie produktiv Menschen zu Hause sein können. Ist das das Ende der Arbeitswelt, wie wir sie kennen?

Zumindest scheint so manche Unternehmensleitung nun endlich darüber nachzudenken, Arbeitsplätze, die nicht direkt mit der Produktion zusammenhängen, auszulagern und die Mitarbeiter am heimischen Schreibtisch arbeiten zu lassen. Wobei einige erstaunt feststellen, dass sie dort sogar besser arbeiten. Bei der Telekom verbesserte sich die Leistung der Call-Center-Agenten und die Techniker sind pünktlicher bei ihren Kunden. Auch bei der Deutschen Börse stieg die Produktivität auf den Heimarbeitsplätzen.


Anzeige:

logic systems versteht sich als IT-Unternehmensberatung mit dem Schwerpunkt auf der Entwicklung betriebswirtschaftlicher Softwarelösungen. Seit 1993 ist die Entwicklung von PC-gestützten Unternehmensplanspielen eine der Kernkompetenzen des Unternehmens. Zur Webseite...


Im heimischen Wohnzimmer

Ohne Corona hätte man über die Konsequenzen der Verlagerung so vieler Arbeitsplätze ins heimische Wohnzimmer nur spekuliert. Jetzt weiß man einiges ganz sicher, wie die Wirtschaftswoche in ihrer Titelstory erklärt (Geht nach Hause!):

  • Die Straßen werden leerer, weil weniger Pendler unterwegs sind. Das spart Zeit, Sprit, Nerven, schont die Straßen und senkt die Unfallzahlen.
  • Die Mitarbeiter zeigen sich deutlich zufriedener mit der Situation als angenommen und sind offenbar produktiver, wie Studien zeigen.
  • Die Geschäftsreisen werden reduziert, einige Unternehmen überlegen gar, sie so gut wie ganz abzuschaffen. Schlecht für Fluggesellschaften und die Bahn, auch die Autobauer spüren die Folgen. Bei den einen sinken die Kosten, bei den anderen brechen die Umsätze ein.
  • Die Meetings sind effizienter, straffer, alle sitzen pünktlich vor dem Bildschirm – wer hätte das gedacht …

Kein Wunder, dass schon Überlegungen öffentlich werden, Präsenzpflicht abzuschaffen oder zumindest über Mischmodelle nachzudenken. Doch es gibt gewichtige Gegenargumente. Das am häufigsten genannte: Wahre Kreativität geschieht, wenn man „zufällig in jemand anderen hineinlaufe,“ soll Steve Jobs gesagt haben. Man trifft nun mal nicht ganz zufällig jemanden im Internet, sondern auf dem Gang zwischen den Büros oder in der Kantine.

Die Verlierer

Und was für die einen Unternehmen einen Vorteil darstellt, macht die anderen zu Verlierern und bedroht gar deren Existenz. Unternehmen, die Hotelzimmer für Geschäftsreisende vermitteln und die gesamte Hotelbranche natürlich (schon witzig, dass HRS bei seinen Mitarbeitern komplett auf Heimarbeit umsattelte und damit sehr gute Erfahrungen machte). Oder Messe- und Kongressveranstalter – das Geschäft ist völlig zum Erliegen gekommen, und es ist durchaus denkbar, dass einige der Aktivitäten in Zukunft virtuell organisiert werden.

Wenn dann noch hinzukommt, dass viele Unternehmen darüber nachdenken, wieder mehr lokal produzieren zu lassen, um ihre Wertschöpfungskette nicht zu gefährden, dann scheint das Zeitalter der Geschäftsreisen vielleicht nicht zu Ende zu gehen, aber zumindest seinen Zenit überschritten zu haben.

Ganz bitter stellt sich die Situation auch für d…

Johannes Thönneßen

Dipl. Psychologe, Autor, Moderator, Mitglied eines genossenschaftlichen Wohnprojektes. Betreibt MWonline seit 1997. Schwerpunkt-Themen: Kommunikation, Führung und Personalentwicklung.

Alle Beiträge ansehen von Johannes Thönneßen →

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert