INSPIRATION: Kennen Sie das Phänomen? Irgendjemand in Ihrer Organisation verhält sich offensichtlich falsch. Zumindest sind Sie der Meinung, dass es falsch ist. Also muss eine Regel her, die ein solches Verhalten in Zukunft verhindert. Aber Regeln nehmen uns oft genug dann doch keine Entscheidung ab, so sehr wir uns das auch wünschen.
In der „Musterbruch-Reihe“ der managerSeminare (Bunt vor digital) erklären die Autoren, dass unser Denken schon lange vor der Digitalsierung der „0-1-Logik“ folgt. Wir stehen vor einer Entscheidung und wünschen uns eine klare Vorgabe: Ja oder nein, links- oder rechtsrum, richtig oder falsch. Und wenn uns dann das Management „den Gefallen tut“ und und „eindeutige Richtlinien erlässt,“ merken wir, dass damit die Realität alles andere als besser, gerechter oder fairer wird. Und wünschen uns die Ermessensspielräume, die wir vorher hatten.
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Ihre Motive treiben Sie an - Ihre Werte bieten Ihnen Orientierung - Ihre Begabungen ermöglichen Ihnen Ihre Ausführungsfreude. Die Analyse Ihrer drei eigenen Emotionsbereiche zeigen Ihnen Ihr Potenzial für förderliches oder hinderliches Verhalten in verschiedenen Kontexten auf. Warum? Ihre Entscheidungen basieren auf Ihre Emotionen. Sie analysieren und bewerten sich selbst - kein anderer. Sie sind für Ihr psychologischen Wohlbefinden selbst verantwortlich, in deutsch oder englisch. Zur Website...
Ermessensspielräume
Ein schönes Beispiel liefert der Beitrag. Da durften Mitarbeiter eines Konzerns auf Reisen ihre Wäsche auf Kosten der Firma reinigen lassen, damit sie nicht so viel Kleidung mitschleppen mussten. Einige ganz Findige packten dennoch die Koffer voll und ließen ihre private Schmutzwäsche waschen. Reflexhaft reagierte das Management. Womit? Einem „Wäscheerlass“. Darin wurde genau festgelegt, wie oft man was genau waschen lassen durfte. Jeden zweiten Tag ein Hemd und eine Bluse oder so ähnlich.
Faire Lösung? Blödsinn. Ob man nun in Südeuropa, wo man wegen der hohen Temperaturen häufig die Kleidung wechseln muss, oder in eher kälteren Regionen unterwegs war, für alle galt die gleiche Regelung. Aber gleich ist eben nicht gleich, wie das bei der „digitalen entweder-oder-Logik“ funktioniert. Mal abgesehen von den Nebenwirkungen. Hier müssen wegen weniger schwarzer Schafe alle anderen leiden. Denn die Botschaft lautet ja ab sofort: Wir trauen auch euch, also denjenigen, die maßvoll mit dem Angebot umgegangen sind, nicht mehr. Mit der Folge, dass auch dieses System natürlich ausgetrickst wird nach dem Motto: Wenn Ihr uns nicht mehr vertraut, dann wollen wir doch mal sehen …
Digitale Logik
Das mit der „0-1-Logik“ finde ich ein interessantes Bild. Ein Algorithmus, also eine feste Regel, macht ja in der Tat keinen Unterschied zwischen den „Subjekten“. Sicher, man kann ihn immer…
