9. Dezember 2023

Suchen und Finden

INSPIRATION: Die Idee klingt auf den ersten Blick nicht neu, aber bei genauerem Hinschauen gewinnt sie an Attraktivität. Eine Bank stellt ihren Mitarbeitern eine Plattform zur Verfügung, über die sich Menschen finden sollen, die gemeinsam an einer Idee arbeiten wollen und können. Dabei spielen Face-to-Face-Kontakte eine größere Rolle (Ideen für eine Landesbank).

Der Grundgedanke ist ja überall ähnlich: Wie schafft es ein Konzern, Mitarbeiter dazu zu bewegen, sich neue Geschäftsmodelle und Produkte auszudenken und entsprechende Prototypen sogar selbst zu entwickeln? Denn in der Tat, es wäre doch seltsam, wenn in einem größeren Unternehmen, verstreut über viele Standorte, nicht jede Menge kreativer Menschen zu Hause sind. Nur wie finden sie und ihre Ideen zueinander?


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Bei der Nord-LB eben mithilfe einer Plattform, über die Mitarbeiter ihre Ideen einstellen und um Interessenten werben können. Die Ideen werden bewertet und die Software sucht dann auch noch den bezüglich seiner Interessen und Fähigkeiten passenden Kollegen (Matching). Diese zwei bis drei sich ergänzenden Mitarbeiter treffen sich persönlich oder per Video-Chat zu einem ersten Brainstorming. Passt hier alles, suchen sie weitere Unterstützer und beginnen mit der Bearbeitung ihrer Idee.

10% (400 Mitarbeiter) sollten in der Pilotphase erreicht werden, 145 solcher ersten Treffen stattfinden und 10 Teams aktiv werden, so das gesteckte Ziel die initiatoren. Tatsächlich waren es am Ende 15 Teams und 800 registrierte Mitarbeiter, und etliche Projekte wurde direkt in den Fachbereichen umgesetzt. Und einige sehr interessante Erfahrungen gemacht, als da wären:

  • Die Mitarbeiter nutzten die Plattform auch, um sich zu anderen Themen zu vernetzen, so bildeten sich hierüber zwei „Working-Out-Loud“-Teams.
  • Einzelne Führungskräfte waren nicht sonderlich begeistert, wenn sich ihre Mitarbeiter plötzlich zwei- bis dreimal im Monat für 45 Minuten abmeldeten, um an den Treffen teilzunehmen (wobei ich diese Anzahl erstaunlich gering finde). Die Konsequenz daraus war, dass man eine „Time-Boxing-Funktion“ integrierte, wo ein Zeitbudget pro Projekt eingestellt werden kann.
  • Einige Teams stellten fest, dass bestimmte benötigte Fähigkeiten im Unternehmen gar nicht vorhanden waren, andere fanden heraus, dass viel Know how, von dem man bis dato nichts geahnt hatte, zu finden war.
  • Teams, in denen Teilnehmer über Moderationskompetenz verfügten, also z.B. eine Ausbildung in Design Thinking oder agiler Produktentwicklung hatten, waren schneller und erfolgreicher. Konsequenz: Die Plattform bietet einen Innovations-Bot an, also ein Programm, das Tipps und Methoden zur Ideenfindung und -bearbeitung zur Verfügung stellt. Reicht das nicht, können auch Kollegen mit der entsprechenden Kompetenz eingeladen werden.

Gefällt mir gut – klingt wie eine sich parallel zur offiziellen Organisation entwickelnden Netzwerkorganisation. Wäre interessant, später mal zu erfahren, was daraus geworden ist und welche Konsequenzen sich für die Gesamtorgansiation und ihre Struktur daraus ergeben haben. Oder ob all das irgendwann wieder einschäft.

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