22. April 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Hinschauen, wo es weh tut

INSPIRATION: Schwere Krisen wie der unerwartete Tod eines nahestehenden Menschen, die eigene Krebserkrankung oder zum Opfer einer Geiselnahme zu werden sind Erfahrungen, die zum Glück nicht jeden von uns treffen. Aber wenn doch, hilft es wenig, wenn man wie bisher weitermacht. Oder die Bearbeitung als Projekt begreift. So zumindest die Haltung einer Traumabegleiterin, die in der Wirtschaftswoche zu Wort kommt (Plan Oje).

Der Beitrag löst Betroffenheit und vielleicht auch Angst aus. Nicht ganz erstaunlich, dass erfolgreiche Menschen nach einem solchen Schicksalsschlag mitunter versuchen, ihn mit den gleichen Mitteln zu verarbeiten, die ihnen auch bisher zum Erfolg verholfen haben. Indem sie sich kräftig schütteln, die Ärmel hochkrempeln und es „total eilig haben“, den Schlag zu verarbeiten. „Aber Menschen sind keine Projekte“, man kann den Weg zurück ins Leben erst wieder finden, wenn man die nötige Kraft hierfür geschöpft hat.


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Einer, der einen solchen Schlag erlebt hat, betreibt heute einen Rückzugsort für alle, denen Ähnliches widerfahren ist. Günther Höhfeld und Karin Dölla-Höhfeld helfen ihnen, erst einmal einen „seelischen Notfallkoffer“ zu finden. Das sind Dinge, die ihnen Kraft geben, und das ist von Person zu Person sehr unterschiedlich. Ob Waldspaziergänge, Musik hören, einen individuellen Weg, ins Leben zurück zu finden. Ein anderer, der heute Workshops für den Umgang mit Krisen gibt, sieht es ähnlich: Boxer, die einen Tiefschlag erhalten haben, sammeln sich und überlegen sich eine neue Strategie. Sofort wieder aufzustehen (das bekannte Bild vom Stehaufmännchen) und weiter zu machen, ist der falsche Ansatz.

Ein anderer Fall in diesem Artikel zeigt, dass es offenbar doch sehr viele Wege zurück ins Leben gibt. Eine Managerin behielt ihren Rhythmus bei, als sie an Krebs erkrankte, plante ihre Behandlungstermine ein wie jeden anderen Businesstermin. Allerdings sprach sie, wie auch andere prominente Beispiele, offen über ihre Erkrankung, begründete ehrlich, wenn sie nach Hause ging, warum sie eine Pause brauchte und verheimlichte nicht, wenn es ihr nicht gut ging. Permanent stark sein zu müssen, wie viele glauben, ist der falsche Ansatz, sagt sie. Dazu passt der Satz eines anderen Betroffenen: „Mutige Typen schauen dahin, wo es wehtut.

Vielleicht ist das auch ein guter Tipp für alle, die (noch) nicht von einem schweren Schicksalsschlag erwischt wurden, aber sich hin und wieder auch ohne diesen ohnmächtig, schwach oder einfach nur traurig fühlen, aus welchem Anlass auch immer.

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