INSPIRATION: Träumen Sie auch hin und wieder von einer Auszeit? Mehrere Wochen um die Welt reisen, sich einen Traum erfüllen? Umfragen zeigen, dass zwischen zwei Drittel und einem Viertel der Berufstätigen diesen Wunsch hegen. In vielen Unternehmen hingegen sehen die Verantwortlichen das Ansinnen kritisch, dabei hätte auch der Arbeitgeber eine Reihe von Vorteilen.
Vor allem: Wer viel von seinen Mitarbeitern erwartet, sollte sich das Bild eines Ackers vor Augen rufen, der hin und wieder eine Weile brach liegen muss, um sich zu erholen (Produktive Pause). Ein Jahresurlaub reicht dann nicht unbedingt, um die Akkus wieder aufzuladen. Mitarbeiter, die ein Sabbatical genommen haben, fühlen sich danach „zufriedener und weniger gestresst.“ Dies gilt vor allem „für diejenigen, die Dauer und Art der Auszeit selbst bestimmen konnten“, wie eine Studie der Universität Tel Aviv ergab.
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Und die Mitarbeiter sind nicht nur leistungsfähiger, sondern identifizieren sich mehr mit ihrem Arbeitgeber und planen seltener einen Jobwechsel. Wer seinen Mitarbeitern Sabbaticals vermöglicht, ist auch für Bewerber als Arbeitgeber attraktiver.
Eigentlich eine gute Idee
Was hält also Unternehmen davon ab, die „Geheimwaffe des geschickten Personalmarketings“ häufiger einzusetzen (Attraktives Karrierekonzept)? Vielleicht die Angst, Mitarbeiter zu verlieren, weil sie den Reiz des „süßen Nichtstuns“ genossen haben? Oder dass sich das herumspricht und plötztlich jeder davon Gebrauch machen möchte; und dann die Arbeit liegen bleibt? Zumindest in kleineren Unternehmen könnte das in der Tat ein Engpass werden.
Ein Problem ist sicher das „Flexibilitäts-Stigma“. Damit gemeint ist, dass wer immer nach so etwas wie flexiblen Arbeitzeiten, Homeoffice oder gar einem Sabbatical fragt, als weniger engagiert und motiviert betrachtet wird. Er muss nach wie vor fürchten, dass er bei Beförderungen und Gehaltsentwicklung Nachteile erleidet. Das gilt vor allem für Frauen mit Kindern. Soll heißen: Man erwirbt sich schnell den Ruf, dass Familie und Urlaub wichtiger seien als der Job und die Karriere.
Da haben wir es mit einem Dilemma zu tun: Was mache ich, wenn ich weiß, dass ich nach einer solchen Auszeit ausgeruht und neu motiviert mehr leisten kann, aber mir das genaue Gegenteil unterstellt wird? Vielleicht einen Arbeitgeber wie die Berliner Volksbank suchen? Dort können Mitarbeiter ihr 13. Gehalt in zusätzliche Urlaubstage umwandeln. Sie können zudem ein bis zu sechsmonatiges Sabbatical nehmen, dabei werden „30% der Vergütung ohne Rückzahlungsverpflic…
