13. April 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Topic Leader

INSPIRATION: Ein Beitrag für alle, die sich immer noch in klassischen Führungspositionen befinden und von denen erwartet wird, dass sie in kritischen Situationen vorangehen und Entscheidungen treffen. Wobei solche Situationen vermutlich gar nicht so oft vorkommen. 

Die Autoren in der managerSeminare haben mit Menschen gesprochen, die sich immer wieder in Extremsituationen befanden und in solchen die Führungsposition inne hatten (Leadership am Limit). Dann haben sie nach Gemeinsamkeiten gesucht. Erste Erkenntnis: Diese Situationen waren so individuell, dass es schwer fällt, eindeutige Regeln zu entdecken. Die daraus resultierenden Tipps sind daher eher Anregungen für den eigenen Führungsalltag.


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  • Menschen zu folgen, die wenig Ahnung von der Sache haben, fällt schwer – vor allem dann, wenn es brenzlig wird. Kann man gut nachvollziehen, oder? Ich erinnere mich an die jungen Führungskräfte, die man in Produktionsbetriebe gesteckt hat, damit sie auch mal in diesem Bereich Erfahrungen sammeln konnten, ehe sie weiterzogen auf der Karriereleiter. Wie mitleidig sie von den gestandenen Mitarbeitern betrachtet wurden… Soll heißen: „Man muss ein Topic Leader sein, um People Leader werden zu können.“ Leider, so die Autoren, gehe oft die „Liebe zur Fachlichkeit verloren oder wird vernachlässigt.“ Man folgt Menschen, die besonders kompetent sind – und Führungsqualitäten aufweisen.
  • In Extremsituationen hilft es ungemein, wenn klar ist, wer welche Zuständigkeit hat. Wobei der Faktor Zeit entscheidend ist: Gibt es ausreichend Zeit für eine Entscheidung, tut eine Führungskraft gut daran, mit dem Team zusammen zu überlegen, was der richtige Weg ist. Wenn dann die Entscheidung fällt, ist allen klar, warum sie so und nicht anders lautet.
    Muss es hingegen schnell gehen, hilft die vorab festgelegte Zuständigkeit. Dann ist klar, wer das Sagen hat, und derjenige trifft dann auch die Entscheidung. ABER: Wenn keine Zeit bleibt, vorab transparent zu machen, warum man wie entschieden wird, dann erfolgt die Erklärung ex post. So wird wenigstens im Anschluss klar, nach welchen Kriterien die Entscheidung gefallen ist. Das schafft Vertrauen – alle wissen beim nächsten Mal, dass sie schon bald erfahren werden, was den Ausschlag gegeben hat. 
  • Was ist mit Fehlern? Klare Sache: In Extremsituation dürfen keine Fehler passieren. Die bekannte Geschichte: Fehler im Sinne von einkalkuliertem Scheitern können sich Menschen in Notsituationen nicht erlauben, aber rechnen muss man dennoch mit ihnen. Entscheidend ist der Umgang mit ihnen im Anschluss – erfahrene Führungskräfte fragen nicht, wem der Fehler unterlaufen ist, sie suchen keine Schuldigen, weil sie davon ausgehen, dass ihre Mitarbeiter „genügend Potenzial zur Selbstreflexion… aufweisen, um sich selbst über Fehler zu ärgern.“ Der einzige Konsequenz im Anschluss lautet: Daraus lernen und besser machen.

Zwei weitere, aber hinlänglich bekannte Tipps: Auf Trainings und Routinen setzen – wer häufig Extremsituationen ausgesetzt ist, sollte wissen, was zu tun ist, wenn eine bestimmte Situation auftritt. Und man sollte allzu große Nähe zu den Mitarbeitern vermeiden, eine „professionelle Distanz“ wahren. Den letzten Punkt kann ich nach wie vor nicht nachvollziehen: Wenn, siehe Punkt 2, die Zuständigkeit geklärt ist, dann wird auch jemand, der mir persönlich näher steht, in diesem Moment meiner Anordnung befolgen. Mag aber sein, dass die geforderte Distanz die Sache erleichtert.

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