24. Mai 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Umständlich

INSPIRATION: Sieh an, die Wirtschaftswoche greift das Thema „Gendern“ auf und hat sich umgeschaut, wie Unternehmen mit der Forderung nach geschlechtsneutraler Sprache umgehen. Da bin ich schon etwas erstaunt, wie pragmatisch es z.B. bei Infineon zugeht (Das fragwürdige Fair-Sprechen). Könnten auch wir uns eine Scheibe von abschneiden. 

Das Thema spaltet wie wenig andere. Ich finde es immer lustig, wenn Menschen sich darüber aufregen, dass man über Gendersternchen diskutiere, wo es doch so viele wichtigere Themen gäbe. Warum regen sie sich dann auf, statt sich um die angeblich wichtigen Themen zu kümmern? Scheint ihnen ja wichtig genug zu sein …


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Aber zurück zur Frage, welche Regeln Unternehmen eingeführt haben oder einführen könnten. „Bei Infineon gibt es seit 2020 einen Leitfaden für die geschlechtsneutrale Sprache.“ Man hat sich für das Gendersternchen entschieden, das in offiziellen Schriftstücken wie dem Geschäftsbericht und Pressemitteilungen verwendet wird. Allerdings gilt der Leitfaden für die Mitarbeitenden  nicht als Vorschrift, sondern offenbar mehr als Empfehlung, es bleibt ihnen überlassen, was sie in Mails oder Kundenanschreiben tun. Wie das woanders aussieht, wird hier nicht berichtet, immerhin haben 64% der DAX-40-Unternehmen schon solche Leitlinien.

Leitlinien für die geschlechtsneutrale Sprache

Bei Infineon scheint sich die Regelung zu bewähren. Und nimmt wohl auch den Druck aus der Diskussion. Angeblich lehnen laut einer Umfrage von 2021 ganze 65% der Bevölkerung das Gendern ganz ab, da wird der Riss auch durch die Belegschaften gehen. Das häufigste Argument ist wohl, dass es einfach umständlich ist und die Regeln die Arbeit unnötig kompliziert machen. Es gibt wohl auch Erhebungen, dass es deutlich anstrengender ist, in einem Gespräch darauf zu achten, sich korrekt auszudrücken. Die „Gegenseite“ argumentiert, das der „sprachliche Ausdruck hilft, Mitarbeitende in ihrer Einzigartigkeit anzuerkennen und Denkmuster aufzubrechen.“ Also wird heftig gestritten oder sogar gegen das Gendern geklagt (bei Audi), aber das war auch bei der Rechtschreibreform schon so. Da muss man wohl durch, meinen die Fachleute, weil Veränderungen immer Widerstand hervorrufen, erst recht, wenn sie uns alle täglich betreffen.

So viel steht mal fest: Die ganze Debatte verunsichert, man hätte gerne Orientierung. Da es aber noch längst keine klaren „Vorgaben“ gibt, bleibt wohl auch den Unternehmen nur die Möglichkeit, so viele Mitarbeitende wie möglich einzubeziehen, im Dialog zu bleiben oder überhaupt erst mal in einen solchen einzutreten. Von oben Vorgaben zu machen, ob das nun Unterstriche oder Sternchen sind, verhärtet offenbar eher die Fronten. Wobei: Hier und dort wird offensichtlich, dass Sprache sehr praktische Auswirkungen hat: Wer gezielt Bewerberinnen sucht, z.B. als IT-Fachkräfte, der wird sich überlegen, wie er Stellenanzeigen formuliert.

Verunsicherung?

Scheint bei der Wirtschaftswoche selbst alles noch keine Rolle zu spielen. Da ist überall von Mitarbeitern die Rede, von Programmierern, Journalisten, Fahrern, Patienten, Experten, Kunden und Beratern. Die weibliche Form wird nur bei konkreten Personen verwendet, da gibt es plötzlich eine Chefin, eine Aufsichtsrätin und natürlich eine Sekretärin. Erstaunlich, nicht mal dort, wo eine neutrale Form möglich wäre, wird sie nicht genutzt, z.B. eben Mitarbeitende oder Studierende. 

Wir bei MWonline werden wir da in Zukunft auch mal genauer hinschauen – was übrigens von Leserinnen schon angemahnt wurde …  

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