24. April 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Viele Köche

INSPIRATION: Können wir wirklich noch Neues erfahren über die Fähigkeiten, die Führungskräfte jetzt und in Zukunft benötigen, um ihre Organisationen erfolgreich zu machen? Ich denke es eigentlich nicht mehr, stoße aber nach wie vor auf Beiträge namhafter Wissenschaftler, die sich mit dem Thema beschäftigen. Der Tenor ist stets der Gleiche: Mit dem Verhalten und den Eigenschaften der Vergangenheit funktioniert Führung in Zukunft nicht mehr, es braucht etwas Neues. Schauen wir uns mal an, was Harvard Professorinnen und ein Innovationsmanager von Microsoft dazu sagen (Führen mit Weitsicht).

Das Credo ist auch nicht neu: Ohne Innovationen läuft nichts mehr! Was sich offenbar noch nicht ganz rumgesprochen hat: Führung bedeutet, Innovationen zu demokratisieren. Dahinter steckt das Bild, dass jeder Mensch „ein Fünkchen Genialität in sich“ trägt. Damit sollten Führungskräfte nicht mehr selbst vorn auf der Bühne stehen und andere animieren, ihnen in die Zukunft zu folgen. Stattdessen ist ihre Aufgabe, andere einzuladen, mit ihnen zusammen die Zukunft zu gestalten.


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ACHTUNG: Hier ist ausdrücklich nicht von Mitarbeitenden, sondern von ANDEREN die Rede, und das ganz bewusst. Denn die Studien der Autorinnen (natürlich mit jeder Menge Interviews, und das weltweit) haben ergeben, dass solche Führungskräfte nicht nur innerhalb der eigenen Organisation wirken, sondern auch auf „Netzwerke und Ökosysteme, die durch Co-Kreation über Unternehmensgrenzen hinweg gekennzeichnet sind“, bauen. Dazu müssen sie drei Rollen beherrschen.

Drei Rollen

  1. Architekt: Das ist wohl doch auf die eigene Organisation bezogen, die sie so gestalten und inspirieren müssen, dass jeder Einzelne in der Lage und motiviert ist, Innovationen zu entwickeln. Wie, das kennt man: Es geht um psychologische Sicherheit, um Fehlerkultur, aber auch um Ressourcen, um den Umgang mit Angst, um geistiges und körperliches Wohlbefinden. Das fängt beim eigenen Führungsverhalten an, betrifft die Strukturen und Personalinstrumente.
  2. Brückenbauer: Gemeint ist, dass die Führungskraft soziale Netze spinnen, den Mitarbeitenden Zugang zu Experten außerhalb der jeweiligen Abteilungen, Bereiche oder des Unternehmen verschaffen muss. Es ist nicht damit getan, Innovationslabore einzurichten, die dann im eigenen Saft schmoren. Das kann sogar hinderlich sein, wenn damit die Verbindungen nach außerhalb vernachlässigt werden.
  3. Katalysator: Das geht noch einmal darüber hinaus. Die Führungskraft der Zukunft denkt über die eigene Organisation hinaus. Sie sucht und verbindet Hauptakteure, wo immer sie angesiedelt sind und ermutigt auch andere Unternehmen, ihr Verhalten zu ändern. Damit schafft sie eine neue Bewegung.

All das erfordert eine andere Haltung als bisher. Innovation ist ein freiwilliger Akt, wer sich auf seine formale Autorität verlässt, wird scheitern. Also heißt neue Führung erst einmal sich selbst zu ändern. Weg von der Auffassung, dass zu viele Köche den Brei verderben, im Gegenteil: Es gilt, viele Spitzenköche dafür zu gewinnen, etwas wahrhaft Neues zu kochen. Das ist enorm schwer in einer Zeit, in der der Druck groß ist, kurzfristige Ziele zu erreichen. Nachvollziehbar ist es aber allemal. Und ich möchte ergänzen: Hier muss man nicht nur auf diejenigen an der Spitze schauen: Die Haltung benötigt im Grunde jeder und jede in Organisationen, vor allem natürlich diejenigen, die eine formale Position innehaben.

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