12. Juni 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Zusätzliche Informationen

INSPIRATION: Bei meinem letzten Arztbesuch (Gesundheitscheck) präsentierte mir mein Hausarzt meine Blutwerte – eine Reihe von Zahlen inklusive der kritischen Grenzen. Anschließend verwies er auf eine neue Software, die aus meinen Werten ein nettes Schaubild produziert hatte: Jede Menge grüner Smileys, mit wenigen roten ganz am unteren Rand. Mein Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Beruhigend. Aber was vermutlich bei vielen Menschen noch mehr Wirkung erzielt: Auf einer weiteren Seite wurden mögliche Maßnahmen aufgeführt: Solche, die der Arzt in der Hand hat, andere, die beim Patienten liegen.

Da war nun nichts dabei, was er mir nicht auch schon bei anderen Besuchen in seinen Worten erklärt hatte. Und trotzdem: Es war irgendwie anders. Überzeugender. Seltsam, oder? Wenn eine Software erklärt, dass eine medikamentöse Behandlung gar nicht gestattet ist und eine andere mehr Risiken als Vorteile bietet – warum ist das dann beruhigender?


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An all das wurde ich bei einem Beitrag erinnert, der sich mit dem Nutzen von künstlicher Intelligenz in Sachen Konfliktlösung beschäftigt (Die Veränderung der Konfliktlösung durch künstliche Intelligenz). Dazu hatte ich mich schon einmal kritisch geäußert (KI als Mediator), aber zweifellos gibt es eine Reihe ziemlich überzeugender Argumente.

Entscheidungshilfen

Vorweg: So wie bei meinem Arztbesuch können auch in der Mediation die Menschen entscheiden, was sie mit den Informationen anfangen. Und ebenso klar ist, dass die „Aussagen“ der KI fehlerhaft sein können – so wie auch die Aussagen von Menschen. Lassen wir hier also mal das Thema „Richtigkeitsanforderungen“ außen vor und setzen voraus, dass das, was die KI ausspuckt, zumindest nicht mehr Fehler enthält als das, was Menschen produzieren. Was könnte sie dann in Sachen Konfliktlösungen Nützliches beitragen? Hier zwei interessante Aspekte:

  • Der Mediator könnte sie beauftragen, eine Prognose über den Ausgang, Dauer und die Kosten eines Gerichtsverfahrens zu erstellen, basierend auf der Auswertung von über 100.000 Fällen. Wäre schon mal eine interessante Information als Entscheidungshilfe, ob man nicht doch vielleicht lieber eine Mediation in Anspruch nehmen möchte.
  • Sie könnte auch vergangene Entscheidungen hinsichtlich ihrer Auswirkungen überprüfen. Also z.B. herausfinden, wie in ähnlichen Situationen entschieden wurde, welche Entscheidungen vielleicht „falsch“ waren bzw. erhebliche negative Konsequenzen gehabt haben.

Natürlich lassen sich noch viele andere Informationen sammeln, und das viel schneller und kostengünstiger als das Menschen leisten könnten. Ein Problem dabei: Große Unternehmen und entsprechend „großen Konfliktvolumina“ könnten sich einen erheblichen Vorsprung verschaffen, weil sie sich dank ihrer finanziellen Mittel bessere Informationen verschaffen können. Allerdings schreitet die Technik so schnell voran, dass vermutlich jedermann sie zu erschwinglichen Preisen nutzen kann.

Falls es Sie interessiert: Die Software meines Arztes kam zu der Empfehlung, dass es zwei Hebel zur Verbesserung meiner Blutwerte gibt: Ernährung und Bewegung. Wäre ich nie drauf gekommen …

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