17. Juli 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Das Beste aus beiden Welten

PRAXIS: Auch wenn unter den MWonline-Lesern kaum CEOs vertreten sein dürften – die Tipps, wie man nach dem Homeoffice sein Zeitmanagement neu organisiert, könnte auch für den einen oder anderen Normal-Sterblichen interessant sein.

Die Frage, die viele beschäftigt, ist, ob nun alle wieder ins Büro zurückkehren sollen. Der Autor im Harvard Business Manager (Wie Manager ihren hybriden Tag planen) warnt vor vorschnellen Entscheidungen. Zum einen ist zu bedenken, dass Manager auch vorher ein Großteil ihrer Zeit außerhalb der Firma verbrachten, z.B. in externen Meetings oder auf Dienstreisen. Zum anderen ist es ziemlich naheliegend, dass je nach Beitrag zum Geschäftserfolg der eine besser mehr Zeit im Homeoffice, der andere mehr im Unternehmen beisteuern kann. Es sollten also keine General-Regeln aufgestellt werden.

Noch eine Erkenntnis: Erfolg basiert nicht ausschließlich auf Effizienz. Nach wie vor wird die Pflege von Beziehungen unterschätzt, das sollte bei beim „hybriden Zeitmanagement“ berücksichtigt werden. Und schließlich: Ein CEO wird besonders aufmerksam von den Mitarbeitern beobachtet. Zieht er sich ins Homeoffice zurück, ist dies ein anderes Signal als wenn er sich regelmäßig vor Ort sehen lässt.

Vier zentrale Gefahren drohen dadurch, dass sich Manager an Videokonferenzen gewöhnt haben: 

  1. Sie schauen mal kurz rein. Schon immer bestand das Risiko, dass Top-Manager sich zu sehr in operative Dinge einmischen. Bei Videokonferenzen ist das Risiko noch größer. Der Aufwand, mal eben ins Online-Marketing-Meeting hinein zu schnuppern, ist deutlich geringer, die Versuchung also größer.
  2. Sie laden zu viele Teilnehmer ein. Lokal sind die Möglichkeiten begrenzt, aber virtuell gibt es kaum eine Obergrenze. Da kann man sich schnell verzetteln bzw. die Zeit der Mitarbeiter verschwenden. Die sitzen dann oft nur stumm dabei und beschäftigen sich nebenbei mit anderen Sachen.
  3. Sie führen zu viele Einzelgespräche per Video. So bequem das auch ist: Face-to-Face-Meetings sind für die Pflege von Beziehungen deutlich besser.
  4. Sie lassen sich zu wenig vor Ort sehen. Ob das nun im eigenen Haus ist oder bei Kunden oder bei Niederlassungen – es geht hier um die Wertschätzung, die dadurch ausgedrückt wird, dass der CEO persönlich auftaucht.

Tipps

Der Autor empfiehlt, Kundenkontakte im Verhältnis von 20:80 (20% persönlich) zu pflegen. Bei Niederlassungen sollte die Aufteilung bei 50:50 liegen, ebenso beim eigenen Top-Management-Team.

Ein ganz wichtiger Tipp: Schon immer tendieren CEOs (und vermutlich grundsätzlich die meisten Manager) dazu, zu wenig Zeit für sich selbst einzuplanen – ob sie nun der Reflexion dient, der Lektüre oder strategischen Überlegungen. Das erfordert eine Menge Selbstdisziplin. Und im Homeoffice, wo Privates und Berufliches noch schwieriger zu trennen wird, umso mehr. Hier hat der Autor einen schönen, wenn auch vielleicht frommen Wunsch: Weil Manager mehr im Homeoffice sind und das auch wohl in Zukunft so sein wird, sparen sie Fahrzeit zum Arbeitsplatz ein. Den sollten sie jetzt für Me-Time, als für sich selbst, freihalten. Ich fürchte, dafür ist es schon zu spät, man dürfte sich daran gewöhnt haben, diese „freie“ Zeit für zusätzliche Aufgaben zu nutzen.

Fazit: Wir sollten die aktuelle Phase zwischen Pandemie und Normalität nutzen um zu überlegen, wie die Aufteilung zwischen virtueller und persönlicher Anwesenheit genau aussehen sollte. Auch das ist vielleicht ein frommer Wunsch, die wenigsten werden sich hierfür die Zeit nehmen.

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