17. Juli 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Dauerkrisenmodus

KRITIK: Ob es wirklich so ist, lässt sich schwer herausfinden, aber fest steht, dass viele Menschen das Gefühl haben, dass sie heute viel stärker als früher von einer Krise in die nächste stolpern. Was raten ihnen die Experten? In der Wirtschaftswoche kommen eher Leute zu Wort, die von ihren eigenen Formen der Krisenbewältigung erzählen. Oder vielmehr, wie sie trotz des Dauerstresses einigermaßen ausgeglichen bleiben (Einmal volltanken, bitte).

Wir haben das Thema ja öfter hier. Und werden nicht müde zu betonen, dass es zunächst die Unternehmen sein sollten, ihre Mitarbeitende davor zu schützen, auszubrennen. Indem sie die Arbeitsbedingungen so gestalten, dass sich die Belastungen in einem Rahmen halten, der Menschen eben nicht krank macht (Zynische Überlebenstipps). Aber das hilft letztlich nicht jenen, die in diesem Dauerkrisenmodus stecken. Natürlich sollten sie sich bei den Verantwortlichen melden und ihre Wünsche klar äußern. Und ihnen raten, sich nach Arbeitgebern umzuschauen, die hier besser aufgestellt sind.


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Dafür spricht auch noch etwas anderes: Von den Menschen, die ihren Job gern ausüben und als wichtigen Teil ihres Leben betrachten, erklären in einer Studie der Techniker Krankenkasse nur ein Drittel, dass sie häufig gestresst sind. Was nun Ursache und was Wirkung ist, sei mal dahingestellt. Ob jemand seinen Job gern macht, weil er nicht so stressig ist oder umgekehrt: Es bleibt dabei, dass die Art der Arbeit ganz entscheidend für den erlebten Stresslevel ist.

Viele verschiedene Tipps

Aber natürlich dauert es, bis Menschen soweit sind, dass sie die Stelle wechseln, und manch einer versucht es mit zum Teil seltsam anmutenden Mitteln, regelmäßig „aufzutanken“. Hier einige Beispiele von Managern, mit denen die Wirtschaftswoche gesprochen hat:

Hobbys: Der eine segelt regelmäßig, der andere ist als DJ aktiv, der dritte spielt Segway Polo, ein weiterer boxt. Überhaupt: Kampfsport scheint zu funktionieren: Mixed Martial Arts, Krav MAga und Jiu Jitsu werden genannt. Und diejenigen, die hier aufgeführt werden, sind Top-Manager der allerersten Ebene. Nun wäre die Wirtschaftswoche nicht die Wirtschaftwoche, wenn da nicht noch der übliche Schwenk erfolgte. Es reicht natürlich nicht zu erklären, dass diese Hobbys, vor allem Sport, Körper und Geist erfrischen und für mehr Gesundheit sorgen. Es muss natürlich auch gut fürs Geschäft sein. Wer einem kreativen Hobby nachgeht, der ist auch besser im Problemlösen. Super, oder: Er bliebt fit für die Arbeit und steigert sogar noch den Gewinn.

Aber zurück zu eher einfachen Methoden. Da wird der Austausch mit Kollegen genannt, wo es auch um private Sorgen gehen darf. Geteiltes Leid … Mehr aufeinander aufpassen, sich zuhören, Hilfe anbieten, sich mal in der Kneipe treffen.

Und dann wird es noch ein wenig esoterisch. Bäume umarmen, kreuz und quer durch’s Unterholz gehen, achtsam auf Rinde, die eigenen Schritte achten und mit allen Sinnen wahrnehmen – mindestens 15 Minuten ungestört am Stück. In Japan gibt es dafür eine Wissenschaft, die „Waldmedizin“. Sie erklärt uns, dass bestimmte Pflanzenduftstoffe, die Terpene, sich positiv auf unseren Organismus auswirken. „Blutdruck und Blutzuckerspiegel sinken, der Stoffwechsel wird angekurbelt, die Schmerzschwelle erhöht.“ Wer das mit dem Ausflug in den Wald nicht schafft, der kann entsprechende Auszeiten buchen im „Waldresort“.

Zur Einordnung: Ich glaube auch daran, dass der Aufenthalt in der Natur extrem sinnvoll ist und Menschen einfach gut tut. Aber Manager zum „Doktor Wald“ entsenden, um ihre Schmerzschwelle zu erhöhen, ist schon schräg, oder?

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