24. Mai 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Schlechtes Gewissen

PRAXIS: Das Thema hat die Wirtschaftswoche aufgegriffen, deren Leser vermutlich besonders gefährdet sind in Sachen „Arbeitssucht“ (Workaholic? Ich doch nicht). Das Problem bei dieser „Krankheit“ ist, dass man mit ihr immer noch eher Ansehen erhält als Mitleid. Wie verbreitet sie ist, lässt sich schlecht sagen. Aber sie könnte zunehmen, Corona und das Arbeiten im Homeoffice dürften die Gefährdung noch erhöht haben. Nach dem Motto: Ich fahre den Rechner schon mal hoch, bevor ich den ersten Kaffee getrunken habe. Statt mittags mit Kollegen in die Kantine zu gehen, schnell die Reste vom Vortag aufwärmen und am besten vor dem Bildschirm nebenher vertilgen.

Wer meint, er sei dagegen immun, kann sich aus einigen wenigen Fragen ableiten, wie es um ihn bestellt ist. Es sind gar nicht die extremen Symptome, also dass man schon mal am Rechner einschläft oder jegliches Zeitgefühl verliert. Es geht mehr um das Gefühl, nie fertig zu sein, also:


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  • Haben Sie häufig bis ständig das Gefühl, noch etwas dringend erledigen zu müssen? Also selbst wenn Sie ihre To-do-Liste abgearbeitet haben, weiter darüber nachdenken, was Sie sonst noch alles tun könnten?
  • Haben Sie manchmal oder immer öfter ein schlechtes Gewissen, wenn Sie sich etwas Zeit zum Entspannen gönnen? Also während Sie auf der Terrasse an der Sonne sitzen, das Gefühl haben, sich das eigentlich nicht leisten zu dürfen?
  • Geht es bei Ihnen auch im privaten Umfeld vor allem um berufliche Themen? Endet also jeder gesellige Event irgendwann in Diskussionen über Themen aus dem Arbeitsumfeld?
  • Sind für Sie auch Freizeitaktivitäten Teil eines Plans, der abgearbeitet werden will? Versuchen Sie, egal was Sie in der Freizeit unternehmen, Dinge zu erledigen und haken Sie diese anschließend ab mit dem Gefühl, wieder etwas geschafft zu haben?
  • Und wenn Sie sich eine Auszeit gönnen – wird dann „jeder Waldspaziergang zur ornithologischen Erkundungstour,“ weil Sie irgendetwas Sinnvolles tun müssen, oder können Sie ihn auch „einfach so“ genießen?

Ich oute mich jetzt mal und gebe zu, dass ich bei der Lektüre so einige Male geschluckt habe. Selbst die ornithologische Erkundungstour kam mir vertraut vor. Natürlich denke ich, wie vermutlich die meisten unter Ihnen, dass es noch nicht wirklich schlimm ist. Und hin und wieder klappt das mit dem Genießen und „Nichts-tun“ sogar. Aber wirklich nur hin und wieder.

Nimmt man diese „Symptome“ weniger ernst und ist vielleicht sogar noch stolz auf sein „Pflichtgefühl“, holen einen irgendwann die heftigen Konsequenzen ein: „Leiden wie Depression, Herzinfarkte, Magengeschwüre oder Schlafstörungen.“ Dann doch lieber mal innehalten und sich vielleicht daran erinnern, wie schön es sein kann, einfach mal ohne schlechtes Gewissen zu genießen.

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