2. März 2024

Das Beste aus der Fachliteratur

Denkpartner

INSPIRATION: Der Satz erzeugt Widerstand: Jeder wird sich Intelligenz kaufen können. Echt jetzt? Die Rede ist natürlich von künstlicher Intelligenz, und gesagt hat ihn Andrew Ng, ein anerkannter Wissenschaftler und Informatiker und Gründer der Online-Lernplattform Coursera. Er sagt von sich, dass er Tools wie ChatGPT und Bard jeden Tag nutzt, es sind für ihn Denkpartner.

Bevor Sie den Kopf schütteln, lassen Sie noch eine weitere Aussage wirken: Wir alle nutzen schon täglich mehrfach KI, ohne dass wir uns darüber bewusst sind. Wenn Sie zum Beispiel eine Kreditkarte einsetzen, versucht wahrscheinlich KI im Hintergrund sofort herauszufinden, ob Sie es persönlich sind oder ob ein Betrüger am Werk ist. Wenn die Gesundheitskarte kommt, werden wir froh sein, wenn wir mal nicht ansprechbar sind und der Arzt mit einer einfachen Frage an den Chatbot herausfindet, an welchen Krankheiten wir leiden. Und jede Internetsuchmaschine ist nichts anderes als KI. Was ist also so besonderes an dem aktuellen Hype?


Anzeige:

CYQUEST kombiniert wissenschaftlich-fundiertes psychologisches Know-how mit State-of-the-Art-Webdesign und -Programmierung. Wir sind spezialisiert auf die unternehmens- und hochschulspezifische Erstellung sowie Anpassung von Lösungen aus den Bereichen Online-Assessment, SelfAssessment, Berufsorientierungsverfahren u.a. Zur Webseite...


Was ist so besonderes an KI?

Bezogen auf die Generierung von Texten ist es vermutlich, dass die erzeugten Antworten auf die Fragen an einen Chatbot nicht mehr von menschlichen Antworten zu unterscheiden sind. Wenn eine Suchmaschine Tausende von Fundstellen ausspuckt, dann ist das auch etwas völlig anderes als ein Lexikon, das wir früher aufgeschlagen haben, um einen Begriff nachzulesen. Aber wir bekommen hier eine Auswahl und müssen noch aktiv werden, um die Quellen zu sichten und die für uns brauchbarsten herauszusieben.

Bei den Antworten der modernen KI wird uns diese Arbeit auch noch abgenommen. Das stimmt zwar so nicht, denn wir müssen immer noch entscheiden, ob wir der Antwort vertrauen. Aber das müssen wir auch bei Antworten von Menschen, von Experten. Auch diese können Unsinn verzapfen, sich irren. Wenn wir mehrfach erlebt haben, dass uns eine Expertin mit einem Rat gut geholfen hat, vertrauen wir ihr, und je öfter das geschieht, umso weniger werden wir ihre Aussagen in Frage stellen. So und nicht anders wird es wohl auch mit der künstlichen Intelligenz ablaufen. Lustige Vorstellung: Wir rufen einen Fachmann an, und während wir reden, tippt er unsere Frage in ein Chatprogramm ein, um sich schlau zu machen …

Wir kaufen uns auch heute schon „Intelligenz“ ein

Womit der Eingangssatz tatsächlich nichts mehr „Abschreckendes“ hat. Wir kaufen uns auch heute „Intelligenz“ ein, eben in Form von Fachleuten, und das kann sich längst nicht jeder leisten. Den virtuellen Experten hingegen kann inzwischen schon jeder nutzen. Eine optimistische Vorstellung: Wenn nicht nur betuchte Menschen es sich leisten können, Dinge besser zu durchdenken und bessere Entscheidungen zu treffen. Ob der Professor auch mit der folgenden Aussage Recht hat, da bin ich mir allerdings nicht so sicher: „Und ich glaube, je öfter Menschen diese Werkzeuge benutzen, desto mehr werden sie ihre Instinkte schärfen und lernen, wichtig Fakten mithilfe weiterer Quellen zu prüfen.“

Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert