13. April 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Eine Mammutaufgabe

INSPIRATION: Auch wenn die Zeichen im Moment eher auf ein Abflachen des Wachstums hindeuten: In Sachen Fachkräftemangel gibt es keine „Entwarnung“. Im Gegenteil: Die Unternehmen suchen händeringend. So paradox es klingt, aber trotzdem scheinen viele Jobs in Gefahr, und die Antwort liegt eigentlich auf der Hand.

Bei VW will man „das Selbstverständnis von mehr als einer halben Million Angestellten“ ändern (Optimismus im Tank), eine Mammutaufgabe. Es geht darum, „Menschen, die früher stolz von sich sagten, sie hätten Bensin im Blut, zu elektrisieren.“ Dazu benötigt man nicht nur jede Menge Softwareentwickler, sondern auch ganz viele Kompetenzen nicht mehr, die bisher unerlässlich waren. Außerdem lässt sich ein Elektroauto angeblich mit 30% weniger Personal bauen.


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Nun könnte man Softwareentwickler theoretisch einstellen und die Mitarbeiter mit den nicht mehr benötigten Kompetenzen entlassen. Oder aber zweitere in Programmierer verwandeln. Nachvollziehbar, dass das nicht bei jedem möglich ist,  aber man versucht es. In einer neuen Akademie in Berlin werden Softwareentwickler geschult, 1.500 Interessenten haben sich gemeldet. Und in einem Werk in Zwickau werden 8.000 Mitarbeiter auf die Produktion eine E-Autos vorbereitet, 13.000 Trainingstage sind geplant.

In der Tat scheint interne Weiterbildung ein höchst aktuelles Thema zu sein. In Zeiten, in denen sich die Unternehmen bei den Kandidaten bewerben müssen und Auszubildenden sogar ein eigenes Auto zur Verfügung stellen (Fang mich doch!), werden Arbeitgeber gar keine Chance mehr haben, die benötigten Fachkräfte von außen zu gewinnen. Deren Ansprüche sind gewaltig gestiegen, weil sie sich die Stellen aussuchen können. Und wenn die eigenen Leute erst mal auf den Geschmack gekommen sind, werden sie sicherlich auch nicht mehr zu den bisherigen Konditionen bleiben.

Die neue Währung soll übrigens „Wertschätzung“ sein. Früher interessierte den Personaler fast nur, was das Unternehmen benötigte. Heute sollte er wissen und vor allem daran interessiert sein, was die Mitarbeiter wollen. Zeit mit der Familie zum Beispiel steht hoch im Kurs, immer häufiger auch bei Männern. SAP wird in dem Beitrag besonders hervorgehoben: Da können sich zwei Mitarbeiter über eine Plattform finden und gemeinsam auf eine Stelle bewerben, um auf diese Weise in Teilzeit tätig zu arbeiten. Außerdem wird jede Stelle im ganzen Unternehmen ausgeschrieben und nicht schon „im kleinen Kreis vorab vergeben„. Interessanter Satz des Personalleiters: „Ein Miteinander auf Augenhöhe, Wertschätzung und die Möglichkeit, Zeit mit der Familie zu verbringen“ sei für einen 50jährigen genauso wichtig wie für die vielzitierte Generation Y.

Womit wieder der Bogen zur Weiterbildung hergestellt ist: Wer Mitarbeiter fit macht für die aktuellen Herausforderungen, der riskiert natürlich auch, dass sie interessant für andere Arbeitgeber sind und dort anheuern. Aber welche Alternative hat ein Arbeitgeber? Zum einen kann er davon ausgehen, dass Menschen, die schon lange im Unternehmen sind, ihm eher treu bleiben. Zum anderen kann er es ja so machen wie SAP: Ein Netzwerk aus Ehemaligen pflegen. Dort gibt es eine Plattform mit 10.400 registrierten aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern, und nicht selten kehrt jemand auch wieder zurück, der zwischenzeitlich das Unternehmen verlassen hat. Mit mehr Erfahrung und neuen Kontakten – ein Mehrwert für das Unternehmen und die Mitarbeiter.

Bleibt als Fazit: Auch oder gerade in Zeiten des Umbruchs steigt die Notwendigkeit, Fortbildungsmöglichkeiten anzustoßen und zu nutzen. Mitarbeiter, die darauf hoffen, den Rest ihres Lebens mit dem einmal Gelernten über die Runde zu kommen, werden am Ende die Verlierer sein.

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