17. Juli 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Entscheidungsperfektionisten

INSPIRATION: Sind Sie eher ein Entscheidungsperfektionist oder ein „Gut-genug-Entscheider“? Letztere sollen die glücklicheren Menschen sein. Wobei es uns die Welt des Konsums nicht gerade einfach macht mit den Entscheidungen. Warum wir uns dennoch in Supermärkte begeben, deren Auswahl uns erschlägt und den Prozess des Kaufens „erleiden“, erklärt ein Konsumforscher in der Brand eins (Der Netflix-Effekt).

An Netflix und der Qual der Wahl beim Anschauen von Filmen und Serien wird das Phämomen deutlich. Barry Schwartz erzählt, dass Menschen 45 nach einem Film suchen, den sie sich anschauen möchten, dann entweder ermüdet ins Bett gehen oder eine alte Folge ihrer Lieblingsserie wählen. Weil wir so unglaublich viele Möglichkeiten haben, wollen wir auch sicher sein, die bestmögliche Wahl zu treffen. Es fühlt sich nicht gut an, wenn wir eine Entscheidung getroffen haben und dann damit hadern, eine andere wäre vermutlich besser gewesen.

Es gibt wohl einige Studien, die belegen, dass diejenigen, die stets nach der besten Entscheidung streben, weniger glücklich sind als die, die mit „Gut-genug-Entscheidungen“ zufrieden sind.

Ich fürchte, ich gehöre zu denen, die sich schwer tun mit „Gut-genug-Entscheidungen“ und eher Sorge haben, etwas zu verpassen. Es gibt aber Möglichkeiten, sich selbst das Leben etwas einfacher zu machen. Man kann zum Beispiel bewusst die große Auswahl meiden. Bei mir um die Ecke gibt es einen kleinen Supermarkt mit deutlich eingeschränktem Angebot. Hat so seine Vorteile, ich gehe dort ganz gerne hin.

Warum, so die berechtigte Frage, gehen Menschen dann überhaupt in diese Mega-Supermärkte, Baumärkte, Möbelmärkte usw.? Schwartz erklärt das damit, dass die Kunden die niedrigen Preise bei IKEA und Walmart mögen, aber keineswegs das Einkaufserlebnis. Dann verstehe ich auch, warum Menschen so gerne bei Aldi unterwegs sind: Eingeschränkte Auswahl UND günstige Preise.

In diesem Zusammenhang wird eine Studie erwähnt, bei der Studenten für das Schreiben eines Aufsatzes belohnt wurden. Die eine Gruppe erhielt sechs Themen zur Auswahl, die andere 30. Das Bemerkenswerte: In der ersten Gruppe entschieden sich nicht nur mehr Studenten zur Teilnahme, sie lieferten auch die besseren Ergebnisse ab. Die Interpretation lautet, dass sie mit der großen Auswahl unglücklich waren und sich deshalb weniger Mühe gaben.

Was also tun angesichts der reichhaltigen Angebots bei allem, was wir heutzutage so vorgesetzt bekommen? Ich kenne Menschen, die zumindest jede größere Kaufentscheidung extrem sorgfältig abwägen und viele Kriterien heranziehen. Das kostet enorm viel Zeit und Energie. Ob diese dann mit ihrer letztlichen Entscheidung glücklicher sind? Die Alternative wäre, von vorn herein die Anzahl der Alternativen zu reduzieren und intuitiv zu entscheiden. Klingt auch seltsam, oder? Sich bewusst intuitiv entscheiden?

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