24. Mai 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Ermutigend

INSPIRATION: Gute Ideen kommen nicht selten unter der Dusche (Raus aus der Blase), so war es auch bei Amy Wright. Die Mutter von vier Kindern, von denen die beiden jüngsten das Downsyndrom haben, war davon überzeugt, dass ihre Kinder nicht Teil einer üblen Statistik werden mussten – 80% der Menschen mit Behinderung sind in den USA arbeitslos (So viel mehr als nur Kaffee).

Die Idee dürften schon viele gehabt haben, und man fragt sich, warum so etwas nicht überall existiert. Die Rede ist von einem Café – inzwischen mit eigener Rösterei -, das nach dem Namen der Kinder Bitty & Beau’s Coffee heißt. Von der Idee bis zur Umsetzung vergingen nur wenige Monate. Einzige Bedingung: Dort sollten hauptsächlich Menschen mit geistigen Behinderungen und Entwicklungsstörungen arbeiten.


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Also mieteten sie eine Gewerbefläche mit 50qm an, beschrieben auf Schildern und in sozialen Medien ihre Mission und ließen auf einem Bildschirm Statistiken über Behinderungen in Endlosschleife laufen. Dann rief man zu Bewerbungen auf. Bei der Informationsveranstaltung war der Raum brechend voll, aus 50 Kandidaten wählte das Ehepaar 19 Personen aus. Die nächste Zeit verbrachte man damit, diese Menschen kennen zu lernen, zu schauen, welche Tätigkeiten zu ihnen passten und wies ihnen entsprechende Rollen im Café zu.

Nach der Eröffnung war der Andrang und das Interesse groß. Und die Atmosphäre war, wie es sich die Gründer vorgestellt hatten: Die Gäste kamen herein, entschleunigten, wurden freundlich bedient und kamen in einen echten Austausch mit den Mitarbeitenden. Der Erfolg war so durchschlagend, dass man bald einen zehnmal so großen Raum anmietete und ebenso füllen konnte. Aus dem ganzen Land erreichten das Ehepaar Anfragen, ähnliche Café auch dort zu eröffnen. Zuerst dachte man an ein Franchise-System, aber entschied sich dann, erst einmal mit der Expansion zu experimentieren.

Expansion

Zunächst ging es in eine Stadt in ein paar Autostunden Entfernung. Und als man feststellte, dass das Konzept funktionierte, auch ohne dass man jeden Tag vor Ort war – wenn man als Schichtleitende Menschen mit Mut und Herz fand -, eröffnete man weitere Filialen. Irgendwann hatte man genug Wissen angesammelt, um die Franchise-Idee umzusetzen, in den ersten zwei Jahren waren es elf Cafés in den USA. Inzwischen kommen Anfragen aus der ganzen Welt.

Die Franchise-Nehmer sind oft Menschen wie die Gründer selbst: Sie haben beeinträchtigte Familienmitglieder und wollen eine Möglichkeit schaffen, wo diese arbeiten können. Die Gründer unterstützen mit Tipps und ihren Erfahrungen – so werden z.B. die Bestellungen nicht mit Namen der Gäste versehen, sondern mit Spielkarten, diese ist für manche Beschäftigte einfache zu erkennen. Es gibt ein keinen Drive-through, wie in den USA üblich, man will nicht nur Kaffee, sondern ein besonderes Erlebnis bieten.

Die Autoren appellieren an Unternehmen jeglicher Branche, in diese Zielgruppe zu investieren. Eine Erfahrung ist, dass die Moral der gemischten Belegschaft enorm hoch ist. Man sollte klein anfangen, experimentieren. Und vor allem immer von den Beschäftigten ausgehen, sich deren Fähigkeiten und Vorlieben anschauen und dann die passende Tätigkeit für sie suchen. Ein Vorgehen, das sicher auch für Nicht-Behinderte höchst sinnvoll wäre, aber den üblichen Gepflogenheiten völlig widerspricht: Erst eine Stellenbeschreibung anfertigen und dann die passende Person suchen. Da könnte so mancher Personaler mal tief in sich gehen.

Noch ein Tipp: Es gibt in vielen großen Unternehmen, in Universitäten, Krankenhäusern und Behörden gastronomische Einrichtungen – was hält sie davon ab, solche Konzepte umzusetzen? Im Ernst: Was genau könnte das sein?

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