13. August 2026

Management auf den Punkt gebracht!

Fair und respektvoll

INSPIRATION: In Krisenzeiten werden Mitarbeiter entlassen, das wird bei Corona nicht anders sein. Zuerst erwischt es viele, die noch in der Probezeit sind, und auch die Kurzarbeit dürfte kaum verhindern, dass es zu einem „Personalumbau“ in vielen Unternehmen kommt. Dann werden so manche Führungskräfte zum ersten Mal ein Kündigungsgespräch führen müssen. Aber wie?

„Fair und respektvoll“, lautet die Antwort der Fachleute (Aus. Ende. Käffchen?). Klingt gut, aber wie soll das funktionieren? Es gibt wohl Studien, die nachweisen, dass sich eine Kündigungserfahrung in den ersten Berufsjahren noch viele Jahre „später negativ auf das gesundheitliche Wohl auswirkt.“ Mit dem Wissen tut sich die Führungskraft dann noch schwerer, die schlechte Botschaft zu überbringen.


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Auswählen müssen

Noch eine schwierige Geschichte: Wenn die Unternehmensleitung sich zu dem Schritt entschlossen hat, muss sie ja eine Auswahl treffen. Rat der Experten: Erst eine Positiv-Liste erstellen von den Menschen, die man unbedingt behalten möchte (eine „Olympia-Auswahl“). Was aber in der Praxis wohl nicht immer funktioniert, weil es bestimmte Gruppen von Mitarbeitern gibt, die einen höheren Kündigungsschutz genießen (Stichwort: Sozialauswahl). Dann muss man sich schließlich doch von Leuten trennen, die man eigentlich behalten möchte. Es sei denn, man versucht, die anderen doch loszuwerden. Indem man Aufhebungsverträge anbietet, eine entsprechende Vereinbarung mit dem Betriebsrat trifft oder Druck ausübt (was kein Tipp ist, aber vermutlich keine unübliche Praxis darstellt.)

Wenn dann die Namen feststehen, wird es schwierig. In meinem Bekanntenkreis erhielt jemand in der Probezeit die Kündigung per E-Mail. Im Film „Up in the Air“ engagieren Unternehmen externe Experten, die professionell und einfühlsam die Mitteilung überbringen. Woanders überlässt man diese Aufgabe gerne auch mal der Personalabteilung. Alles keine wirklich respektvollen Varianten. Und wie soll das mit der „Fairness“ überhaupt funktionieren? Da teilt mir jemand, der offenbar nicht gehen muss, also noch benötigt wird, mit, dass ich „eingespart“ werde. Kann man das jemals als „fair“ empfinden? Vor allem, wenn man anschließend sieht, wer von den Kollegen bleibt. Für Fairness gibt es keine Kriterien …

Respekt

Bleibt noch respektvoll. Und Respekt gebietet tatsächlich, dass ein…

Johannes Thönneßen

Dipl. Psychologe, Autor, Moderator, Mitglied eines genossenschaftlichen Wohnprojektes. Betreibt MWonline seit 1997. Schwerpunkt-Themen: Kommunikation, Führung und Personalentwicklung.

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