4. März 2024

Das Beste aus der Fachliteratur

Team-Coaching

PRAXIS: Die Frage dürfte Auftraggeber interessieren, wenn ihnen für ein konkretes Anliegen eine der vier Interventionsmöglichkeiten vorgeschlagen wird. Könnten Sie ihnen dann erläutern, warum Sie ein Teamtraining und keine Teambildung vorschlagen? Oder statt einer Teamentwicklung ein Teamcoaching?

Die Autoren im Coaching Magazin haben sich zahlreiche Definitionen angeschaut und 410 Experten, also praktizierende Team-Coaches, interviewt (Was macht Team-Coaching aus?). Das Ergebnis zeigt, dass sowohl die Definitionen als auch die Aussagen der Fachleute etliche Überschneidungen enthalten – was nicht so wirklich verwundert.


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Gibt es dann überhaupt Unterschiede? Offenbar schon, also schauen wir uns die Merkmale an. In der folgenden Liste bedeuten die Abkürzungen Folgendes: Teamtraining (TT), Teambildung (TB), Teamentwicklung (TE). All fünf Merkmale treffen auch auf Teamcoaching zu bzw. sind in bisherigen Teamcoaching-Definitionen enthalten.

  1. Die Intervention ist darauf ausgerichtet, dem Team zu helfen, ein gemeinsames Ziel zu erreichen. (TT, TB)
  2. Es geht dabei um die Teamleistung, die verbessert werden soll (TT, TB)
  3. Wesentliche Bestandteile sind Selbstreflexion und Reflexionen der Teammitglieder. (TB, TE)
  4. Es gibt bestimmte Methodiken bzw. Ansätze, um die Teamfähigkeiten zu verbessern, z.B. Aufbau vertrauensvoller Beziehungen, Verbesserung der Kommunikation und der Reflexionsfähigkeit. (TB, TE)
  5. Das Team wird als System, als komplexes Netzwerk betrachtet. (TE)

Durch die Interviews haben die Autoren nun drei weitere Merkmale identifiziert und in ihre Definition aufgenommen:

  1. Es werden vom Coach erweiterte Coaching-Fähigkeiten verlangt (die offenbar über das hinausgehen, was Teamtrainer, Teamentwickler und Teambilder benötigen). Dies sind:
    • Das Verstehen mehrere Perspektiven, das Beobachten und Interpretieren von Interaktionen der Team-Mitglieder.
    • Kenntnisse von Teammoderationstechniken und Gruppendynamik (wobei mich letzteres erstaunt: Das brauchen die anderen nicht??)
    • Psychologische Sicherheit als Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen, um Offenheit zu ermöglichen.
  2. Es benötigt die Kenntnisse traditioneller Coaching-Techniken, um Reflexion anzuregen. Anweisungen und Anleitungen gibt es nicht.
  3. Teamcoaching ist, im Gegensatz zu den anderen Interventionen, ein längerfristiger Prozess.

Auch wenn ich einzelne Merkmale nachvollziehen kann und den Versuch, für begriffliche Klarheit zu sorgen, sehr begrüße: So wirklich trennscharf sind die Beschreibungen sicher nicht. Teamtrainings können wie auch Teamentwicklungsmaßnahmen z.B. längerfristig angelegt sein, und warum Teamentwicklungsmaßnahmen nicht darauf ausgerichtet sind, zur Erreichung des gemeinsamen Zieles beizutragen, kann ich auch nicht nachvollziehen.

Sei’s drum: Mit dieser Liste können Sie vielleicht in Zukunft einem Auftraggeber etwas besser erklären, warum Sie das eine und nicht das andere vorschlagen bzw. was Sie als Teamcoach auszeichnet.

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