INSPIRATION: Achtung Fangfrage: Unterscheiden sich männliche und weibliche Führungskräfte bezüglich ihrer sozialen Kompetenzen? Und wenn ja: Inwiefern? Wo wir schon mal dabei sind: Gibt es Unterschiede bei den sozialen Kompetenzen bei Menschen mit und ohne Führungsverantwortung? Hier erst einmal in Kürze die Beschreibung der untersuchten Kompetenzen (Je mehr, desto besser gilt nicht). Das Modell stammt von Autor Kanning (2009), der hier offenbar die Ergebnisse einer Bachelorarbeit präsentiert:
- Soziale Orientierung (Zuhören, sich in andere hineinversetzen, Kompromissbereitschaft …)
- Offensivität (sich durchsetzen, Konfliktbereitschaft, Entscheidungsfreude …)
- Selbststeuerung (Selbstkontrolle, emotionale Stabilität …)
- Reflexibilität (Selbstdarstellung, über sich nachdenken, über andere nachdenken …)
Erhoben wurden die Werte mit einem Fragebogen, dem „Inventar sozialer Kompetenzen“. Dabei mussten ca. 300 Führungskräfte und 1.500 Beschäftigte ohne Führungsverantwortung 91 Beschreibungen von Verhaltensweisen bezogen auf die eigene Person einschätzen. Die Ergebnisse wurden bezüglich der Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Führungskräften, Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne Führungsposition und zwischen Männern und Frauen ohne Führungsaufgabe ausgewertet.
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Achtung: Fangfrage!
Nun noch einmal zur Frage vom Anfang: Was erwarten Sie bezüglich der vier Kategorien? Tatsächlich fanden sich in neun von 17 erfassten Kompetenzen signifikante Unterschiede zwischen Führungskräften und Menschen ohne Führungsaufgabe, und zwar u.a. in Sachen Durchsetzungsfähigkeit, Entscheidungsfreude, Konfliktbereitschaft, Stabilität, Selbstkontrolle usw. Was durchaus zu dem passt, was man von Führungskräften erwartet. Allerdings: Die Unterschiede sind klein. Was bedeutet das nun? Die Autoren vermuten als Ursache drei Dinge:
- Selbstselektion: Wer über bestimmte Fähigkeiten verfügt, setzt sich gegenüber anderen im Wettbewerb um Führungspositionen eher durch.
- Fremdselektion: Personalauswahlverfahren sorgen dafür, dass bestimmte Personen eher in Führungspositionen gelangen – was ja schön ist, wenn es die richtigen sozialen Kompetenzen sind…
