24. Mai 2024

Management auf den Punkt gebracht!

Grandiose Zukunft

INSPIRATION: Eine höchst interessante Analogie: So wie die Fotografie die Malerei nicht ersetzte, so wird der technologische Wandel menschliche Arbeit nicht überflüssig machen, sondern sie eher beflügeln, sinnvoll machen. Es könnte uns eine grandiose Zukunft bevorstehen – wenn wir dies denn wollen. Die folgenden Gedanken stammen vom Transformationsforscher Hans Rusinek und bieten tatsächlich Grund zum Optimismus (Die Zukunft der Arbeit wird grandios – wenn wir das wollen).

Zunächst zur Analogie: Mitte des 19.Jahrhunderts erfand Louis Daguerre die Fotografie. Wo zuvor Maler in unendlicher Fleißarbeit möglichst detailgetreu die Realität abbildeten, konnte das ein Apparat plötzlich viel besser. Ob damals die Zunft der Maler aufgeschrien und gefordert hat, ihre Kunst zu schützen, weiß ich nicht, aber sie war von heute auf morgen arbeitslos. Ob auch jemand behauptet hat, der Apparat könne niemals so detailgenau die Wirklichkeit abbilden wie der Künstler? 


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Was dann passierte: Die Malerei erfand sich neu. Die Fotografie führte zur „Entfesselung der Malerei.“ Plötzlich konnten Künstler ihre Gefühle, Ideen und Erfahrungen mit ganz neuen Techniken darstellen, „die Fotografie erlöste die Malerei von der Last, realistische Abbilder schaffen zu müssen …“ Der Surrealismus entstand, die moderne Malerei.

Befreit uns die moderne Technologie?

Könnten wir wieder vor so einem „Daguerre’schen Moment“ stehen? Befreit uns die moderne Technologie von der Last der herkömmlichen Erwerbsarbeit? Die sich dadurch auszeichnet, dass wir in einer „Maschinenwelt“ leben: In Städten zusammengepfercht, mit einem durchgetakteten Rhythmus, „als gäbe es noch das Fließband?“

Die Pandemie hat deutlich gemacht, was sich vorher schon ankündigte, aber wo sich kaum jemand getraut hat, die Zeichen der Zeit zu nutzen. Die Welt befand sich in einer dreifachen Schieflage, die man durchaus schon früher hätte beseitigen können. Da ist zum einen das Vertrauen. Nur wer unter Aufsicht arbeitet, leistet auch etwas. Nur wenige riskierten, die Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten zu lassen, aber siehe da: Es funktioniert. Die zweite Schieflage betrifft die Koordination: Wie sollen all die Prozesse funktionieren, wenn nicht mehr alle auf einem Fleck sitzen? Aber auch das klappte plötzlich und wurde akzeptiert. Und schließlich die Investitionen: Alle Mitarbeiter mit Rechnern auszustatten und die notwendige Infrastruktur bereitzustellen, den ersten Schritt wollte niemand tun. Bis ihn dann plötzlich alle gingen – gehen mussten.

Drei Chancen

Aus all dem ergeben sich drei mögliche Entwicklungsrichtungen für die Arbeitswelt, als da wären:

  1. Die Entfesselung unserer Mehrdimensionalität
    Wir werden nach wie vor als Menschen auf das reduziert, was man als den „Standbein-Job“ bezeichnen könnte. „Was machst du so?“ zielt immer auf den Hauptberuf ab, womit wir unseren Lebensunterhalt verdienen. Dieser macht uns aus, soll mit Sinn erfüllt sein, ist unser Lebensmittelpunkt. Aber wir sind mehrdimensionale Wesen, und genau das könnte in Zukunft eine große Chance sein. Am Beispiel Care-Arbeit wird das deutlich. Würde sie bezahlt, wäre sie z.B. in der Schweiz der größte Wirtschaftssektor. In Zukunft könnten wir also auf die Frage antworten: „Ich bin im Vorstand des örtlichen Sportclubs, baue Gemüse an, schreibe Kurzgeschichten und richte Computernetze in der Firma XY ein.“
  2. Das Ausatmen der Städte
    Ein schönes Bild. Bisher saugen die Städte alles ein: Kapital, Talente, kulturelle Aktivitäten. Sie hyperventilieren geradezu. Was, wenn wir nicht mehr täglich in die Stadt pendeln müssten, und die Städte zu „luftigen Orten der Begegnung“ werden? Wenn „die Stadt keine Pflicht mehr, sondern eine Option“ wäre? Kein Maschinenraum, sondern ein Begegnungsort? Der Grundgedanke könnte sein: Wir verbringen unsere Zeit im Lokalen, Heimatort und Arbeitsort rücken zusammen, und das eben nicht nur in der Großstadt.
  3. Die Wiederentdeckung der menschlichen Intelligenz
    So wie die Fotografie die Malerei bedrohte und überflüssig zu machen schien, so fürchten wir heute, dass die künstliche Intelligenz uns überflüssig macht oder zumindest uns die Arbeit wegnimmt. Aber so wie die Fotografie die Malerei von der Plackerei befreite, so könnte uns die künstliche Intelligenz das bloße Erledigen abnehmen, und wir könnten wie die befreiten Maler uns den Dingen widmen, die uns Energie geben statt jenen, die sie uns rauben.
    Eine kleine Systematik hilft. Das Zusammenspiel von Mensch und Computer lässt sich anhand von zwei Fragen ordnen: Wer stellt die Regeln auf? Wer handelt danach?
    Assisting Technology bedeutet, der Mensch macht die Regeln und erledigt die Arbeiten, die Rechner unterstützen nur – so wie Powerpoint, Excel oder Word es tun.
    Augmenting Technology: Die Maschine wird mit Daten gefüttert, wie sie diese sortiert und warum sie welche Schritte ausführt, wissen wir nicht. Wir können dann die letzte Entscheidung treffen auf Basis der Vorschläge. Fremde Regeln, unser Handeln.
    Arresting Technology: Wir legen die Regeln fest, der Computer führt aus. Wie bei der Blockchain. Dann nehmen uns Maschinen lästige Routinen ab. Praktisch.
    Automating Technology: Computer machen die Regeln und führen aus. Gibt es schon. Wir müssen uns vermutlich entscheiden, was wir wollen. 

Interessante Gedankengänge, die mehr Lust auf als Angst vor der Zukunft machen.

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